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Die Künstlerin arbeitet auf dem Roßmarkt an ihrem Bild.

Frankfurt

Werbung für mehr Weiblichkeit

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Anne Stautmeister hat das Bild zum neuen FR-Themenschwerpunkt geschaffen.

Dieses Bild springt dem Betrachter förmlich ins Auge und erinnert ein wenig an Pop Art: Das Konterfei eines Frauengesichtes mit wallender Haarpracht, Blick zur Sonne gerichtet, die Augen durch eine silbern schimmernde Sonnenbrille vor dem gelben Feuerball geschützt. Am rechten, oberen Rand ist das Logo der Frankfurter Rundschau zu sehen.

Die Künstlerin Anne Stautmeister, deren Pseudonym „meisterstaut“ links unten in großen Lettern geschrieben steht, hat das Gemälde erschaffen. Damit will sie den langen Weg der Frauen zu mehr Gleichberechtigung darstellen. „Die Frau geht mutig voran aus dem Bild raus, der Sonne entgegen“, berichtet Stautmeister. Für den Rundschau-Themenschwerpunkt „Streiterinnen“ hat die Dresdnerin das Kunstwerk angefertigt. Vom 10. Oktober bis 10. November wird es Sonderausgaben zu dem Schwerpunkt in der FR geben.

Um auf das Thema aufmerksam zu machen, hat das Rundschau-Marketing ein Werbe-Mobil gemietet. Auf dessen Werbeflächen wird auf der einen Seite auf den Themenschwerpunkt hingewiesen. Ein geöffneter Mund ist auf dem Banner illustriert, mit dem Slogan: „Ich will. Ich kann. Nicht anders.“ Auf der anderen Seite ist Stautmeisters Bild zu sehen.

Die roten Lippen auf dem Bild symbolisierten einerseits Weiblichkeit, andererseits eine Aufforderung, „den Mund aufzumachen“. Eine geballte Faust vor der Sonne stehe für „mutiges Vorangehen“.

Am Samstag hat die 34-Jährige vor den Augen von Passanten ihre „Collage mit Street-Art-Elementen“ an der Straße Am Roßmarkt auf das Auto gepinselt und gesprüht, ehe ein Fahrer die Botschaft auf vier Rädern durch die Innenstadt transportierte. Eine Frau, die vorbeigelaufen sei, habe gesagt: „Der Weg ist noch lange nicht zu Ende.“ Das sehe die Künstlerin genauso. Mit dem Gemälde will sie Frauen „Mut zu mehr Weiblichkeit in der Öffentlichkeit machen“.

Das Profil eines Löwen am rechten Bildrand, den eine schmale Hand mit langen Fingern sanft streichelt, stehe für die „Männerwelt“. Stautmeister sagt: „Jeder Mensch hat männliche und weibliche Anteile in sich, die ganz natürlich sind.“ Dabei sollten sich Frauen nicht verstellen und beispielsweise in „schwarzen Männeranzügen verstecken“, um männlicher zu wirken.

Die Künstlerin, die in einer Werbeagentur arbeitet und in ihrer Freizeit Frauenkreise zur „gegenseitigen Stärkung“ hält, sagte: „Ich möchte mich ein bisschen vom Feminismus distanzieren.“ Ihr sei wichtig, dass „männliche und weibliche Teile im friedlichen Miteinander in Dialog“ treten würden.

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