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Aktivisten erinnern an Christy Schwundeck, die im Jobcenter von Polizisten erschossen wurde.

Bekannte Todesfälle

Wenn Polizisten im Dienst töten

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Dass hessische Polizisten einen Menschen erschießen, kommt selten vor.

Viele Fälle beschäftigen die Öffentlichkeit aber lange, immer wieder gibt es auch Kritik an den Ermittlungen. Die FR nennt Fälle aus der letzten Zeit.

Frankfurt, 26. Januar 2010

Im Hof des Bürgerhospitals erschießen Polizisten Alexander C. Zuvor war der 28-jährige Student als Patient abgelehnt und an eine andere Klinik verwiesen worden. Weil es zu einem Streit mit dem Pförtner kommt, ruft dieser die Polizei. Als die Beamten eintreffen, geht C. auf sie zu – mit einem Küchenmesser, das die Polizisten im Dunkeln für eine gefährliche Waffe halten. Die Beamten werden nie vor Gericht gestellt, im September 2013 scheitern die Eltern von C. mit einer Beschwerde vorm Bundesverfassungsgericht.

Frankfurt, 19. Mai 2011

Im Jobcenter Gallus an der Mainzer Landstraße erschießt eine Polizistin die Nigerianerin Christy Schwundeck. Die 40-Jährige hatte zuvor erfolglos von ihrem Sachbearbeiter zehn Euro gefordert, weil sie seit Tagen kein Bargeld mehr hatte. Als die Polizei eintrifft, verletzt Schwundeck einen Beamten mit einem Messer. Gegen die Schützin wird nie Anklage erhoben, die Staatsanwaltschaft hält ihre Schüsse für Notwehr.

Alsfeld, 23. Oktober 2017

Ein Polizist tötet einen 54-Jährigen mit zwei Schüssen. Der offenbar betrunkene Mann hatte zuvor in seinem Haus mehrere Schüsse abgegeben. Am Ende verlässt er das Gebäude und eröffnet das Feuer auf die alarmierten Beamten, die sofort zurückschießen.

Mörfelden, 28. Oktober 2017

Vor einem Lokal töten Polizisten einen 19-Jährigen. Insgesamt fallen 25 Schüsse, acht davon treffen den jungen Mann. Zuvor hatte dieser einen 24-Jährigen mit einem Messer schwer verletzt und dessen Rucksack mitgenommen. Die Beamten stellen den 19-Jährigen, der dann mit einem langen Messer auf die Polizisten zuläuft. Im Juli 2018 wurden die Ermittlungen gegen die drei Beamten eingestellt.

Fulda, 13. April 2018

Ein Polizist gibt zwölf Schüsse auf einen afghanischen Flüchtling ab. Der 19-Jährige wird tödlich getroffen. Zuvor soll er vor einer Bäckerei randaliert und einen Lieferanten angegriffen haben. Auch die alarmierten Polizisten soll er attackiert haben, unter anderem mit einem Schlagstock, den er einem der Polizisten abgenommen hatte. Die Ermittler vermuten, dass die Schüsse in Notwehr gefallen seien, und stellen die Ermittlungen ein. Weil ein Handyvideo von dem Vorfall auftaucht, werden die Ermittlungen im Mai 2019 wieder aufgenommen.

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