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Wie gefällt euch Frankfurt als Studentenstadt?

Was genießen Studierende in Frankfurt, was vermissen sie? Begegnungen auf dem Campus Westend.

In wenigen Tagen liegen sie wieder in den Briefkästen: die Zulassungsbescheide der Hochschulen. Und damit die Entscheidung für eine neue Lebenswelt. Auszug von daheim, Einzug in die neue Freiheit, die man sich in den letzten Schuljahren so sehr gewünscht hat. Doch was erwartet mich eigentlich, wenn ich fürs Studieren nach Frankfurt ziehe?

Die Finanzmetropole am Main mit ihren 750 000 Einwohnern und rund 50 000 Studenten erfreut sich nicht gerade der größten Beliebtheit: In keinem Ranking schafft sie es unter die Top Ten der Studentenstädte. Wer zum Studieren in eine Großstadt möchte, zieht nach Berlin, Hamburg oder Köln. Und wer die Atmosphäre einer beschaulichen Kleinstadt bevorzugt, geht nach Heidelberg, Freiburg oder Tübingen.

Frankfurt hingegen führt seit Jahren die Kriminalstatistiken an. Nicht selten wird die Stadt mit Attributen wie „grau“, „hektisch“ und „spießig“ beschrieben. Außerdem bietet sie durch hohe Mieten und die vergleichsweise kleine Clubszene kein besonders attraktives Studentenleben. Eine große lokale Brauerei wirbt derzeit mit dem Slogan, „Auf Frankfurt, wie es wirklich ist“, und möchte damit Vorurteile über die Stadt ausräumen. So sieht man auf Plakaten eine Szene an einer Trinkhalle, in welcher ganz unterschiedlich angezogene Herren darauf anstoßen, dass Frankfurt eben nicht so schicki-micki sein muss, wie es viele vermuten.

Aber wie ist Frankfurt für die Studenten, die aus ganz Deutschland hergezogen sind, und nun für ein paar Jahre hier leben und studieren? Wir haben uns auf dem Campus im Westend einmal umgehört…

Friederike Stork (22): Ich genieße hier in Frankfurt vor allem meine Freiheit, alleine zu wohnen. Außerdem, dass die Bahnen so oft kommen – im Gegensatz zu daheim, wo der Bus nur alle zwei Stunden fährt. In Frankfurt kommt man so schnell in unterschiedliche Stadtteile, das finde ich toll. Allerdings vermisse ich den Wald und die Natur. Wenn ich noch mal entscheiden könnte, würde ich wieder nach Frankfurt ziehen, weil ich die Stadt sehr schön und vielseitig finde und sie ein guter Kontrast zu meinem Dorfleben ist.

Jessica da Costa (22): Ich habe tolle Freunde in Frankfurt gefunden und fühle mich sehr wohl hier. Ich wohne im Nordend und finde das Viertel wirklich schön. Im Vergleich zu Köln ist mir Frankfurt allerdings ein bisschen zu klein, und es fehlt mir die Clubszene. Die Stadt wirkt außerdem ziemlich kühl und hektisch, und hat nicht so ein „Jeföl“ wie Köln. Für den Master möchte ich definitiv noch mal woanders hin, aber ich würde, wenn ich mich erneut entscheiden müsste, trotzdem Frankfurt als Studentenstadt wählen.

Luis Kuminka (21): Ich genieße auf jeden Fall den Campus, und die unterschiedlichen Viertel und kulturellen Angebote, die Frankfurt hat. Außerdem kann man gute Jobs finden, die man definitiv braucht, um sich das Leben hier finanzieren zu können. Zum Teil vermisse ich die Landschaft und mein Umfeld aus der Heimat. Manchmal freue ich mich, auch mal für einen Tag aus der Stadt rauszukommen. Ich würde aber auf ganz sicher noch mal zum Studieren herkommen.

Aufgezeichnet von Felix Fromm.

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