Die Klassenräume der Robert-Schumann-Schule sind größer als anderswo, weil das Gebäude so alt ist.
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Die Klassenräume der Robert-Schumann-Schule sind größer als anderswo, weil das Gebäude so alt ist.

Schulen in Frankfurt

Zu wenig Platz in der Schule

  • Klaas Mucke
    vonKlaas Mucke
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Die Robert-Schumann-Schule im Frankfurter Stadtteil Heddernheim bietet moderne Pädagogik in einem alt-ehrwürdigen Gebäude. Nur Räume gibt es nicht genug.

Als Heddernheim 1880 mehr als 2600 Einwohner hatte, wurde es Zeit für ein anständiges Schulgebäude im Ort: vier Schulräume, zwei Lehrerwohnungen. Aber schon zehn Jahre später hatte sich die Bevölkerung nahezu verdoppelt. Also wurde zunächst angebaut, ein paar Jahre später noch mal aufgestockt. Und heute? Hat Heddernheim mehr als 17 000 Einwohner. Mit der Römerstadtschule gibt es inzwischen eine weitere Grundschule. Das Gebäude der heutigen Robert-Schumann-Schule an der Heddernheimer Kirchstraße ist nicht größer geworden, als es schon 1905 war.

Die älteste Schule am Ort, altehrwürdige Gebäude, Denkmalschutz: Die Schulleitung macht es zum Stilmittel der Außendarstellung. Zwar sei das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, doch die Menschen, die sich darin aufhalten, führten es innovativ und bodenständig durchs 21. Jahrhundert, heißt es auf der Webseite der Schule.

Das alte Gebäude hat Vorteile, erzählt Schulleiterin Waltraud Legner. „Die Klassenräume sind größer als bei Neubauten.“ Es ist also ausreichend Platz, um auch inklusive Betreuung zu bieten. Denn acht der 14 Klassen in der Robert-Schumann-Schule sind Inklusionsklassen, in denen zusätzlich zu Lehrkraft und Sozialpädagoge ein Integrationsbegleiter für individuelle Betreuung Platz findet.

Körperlich eingeschränkte Kinder sind hier allerdings nicht Teil der Inklusionsklassen. Das alte Gebäude ist nicht barrierefrei. Die Schulleitung und das Amt für Bau und Immobilien (ABI) haben bereits über einen Außenfahrstuhl nachgedacht. Doch der Denkmalschutz lässt nur bestimmte Lösungen zu, die zunächst mit dem Denkmalamt diskutiert werden müssen. Das macht die Planung langwierig und schwierig.

Die Schüler lernen indes, bei dem begrenzten Platz aufeinander zu achten. Während des Unterrichts stehen die Türen zu den Fluren offen. Dort ist es mucksmäuschenstill. Auch als eine weitere Schulklasse aus dem oberen Stockwerk geschlossen in Richtung Schulhof geht, huscht sie nur leise durchs Treppenhaus zum Unterricht im Freien.

Auf Selbstständigkeit und Solidarität legt die Schulleitung viel wert. Die Schule bildet Streitschlichter aus, die Konflikte selbstständig lösen können. In der Pause sorgen sich ebenfalls in einer AG ausgebildete Pausenengel um ihre Mitschüler. „Sie kümmern sich um Kinder, die neu hier sind oder die sich verletzt haben“, sagt Legner.

In einer Lernwerkstatt bekommen die Schüler jede Woche die Zeit, ihren Neigungen nachzugehen oder sie zu entdecken. Unterstützt werden sie dabei von zwei Lehrkräften. Seit mehr als zehn Jahren ist Legner Schulleiterin an der Heddernheimer Grundschule und mit der inhaltlichen Ausrichtung ihrer Schule sehr zufrieden. Allein die Raumnot bereitet ihr Sorgen. Im Frühjahr sollen Container auf dem Schulhof zwei zusätzliche Klassenräume bilden. Der ohnehin schon kleine Pausenhof wird dann noch etwas enger. An Aufstockungen oder einen Dachbodenausbau ist laut ABI jedoch nicht zu denken. Die Statik würde das nicht hergeben.

Der Bedarf für mehr Platz ist allerdings schon jetzt da, sagt Legner. „Wir führen den dritten Jahrgang bereits dreizügig, obwohl die Anzahl der Schüler für einen vierzügigen Jahrgang reichen würde.“ Die Schüler rücken zusammen.

Zudem werde Heddernheim weiter verdichtet, sagt Legner. Die Schulen erwarten, dass in Zukunft mehr Kinder zu ihnen kommen werden. Im ABI kennt man die Sorge und teilt sie. Das Amt plant, eine Grundschule im neu entstehenden Wohngebiet an der Sandelmühle zu bauen. Das würde die Robert-Schumann-Schule entlasten.

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