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Annie Chops bei ihrem Straßenkonzert auf der Zeil in Frankfurt.
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Annie Chops bei ihrem Straßenkonzert auf der Zeil in Frankfurt.

Aus der S-Bahn

Weltweit bekannte Musikerin zurück in Frankfurt

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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Mit ihrem Auftritt in der S-Bahn wurde Annie Chops weltweit bekannt. Jetzt kam die Musikerin zurück nach Frankfurt. Diesmal gab sie auf der Frankfurter Zeil ein Straßenkonzert.

Frankfurt – Immer mehr Leute bleiben auf der Frankfurter Zeil am Dienstagnachmittag stehen, um Annie Chops singen zu hören. Sie hat eine auffallend schöne Stimme. Ein Mädchen sagt zu ihrer Mutter: „Das ist doch die aus diesem Youtube-Video.“ Eine junge Frau aus Bayreuth sagt: „Ich kannte sie bislang nicht, aber sie versprüht einen tollen Vibe über den ganzen Platz.“

Die Sängerin und Gitarristin trägt einen Teil ihrer blonden, langen Haare offen, den Rest hat zu einem 90er-Jahre-Dutt nach oben geknotet. Die 30-Jährige steht mit ihrer Flying-V-Gitarre unweit der Sitzbänke und Bäume und präsentiert ihren aktuellen Popsong „Drip Drop“.

Früher war ihr Künstlername Kiddo Kat

Eigentlich heißt sie Anna Guder. Die gebürtige Berlinerin, die in Hamburg lebt, ist nicht irgendeine Musikerin, die in Frankfurt spielt. Frankfurt habe eine besondere Bedeutung für sie. 2016 erreichte sie zusammen mit der südafrikanischen Musikerin Heidi Joubert einen millionenfach weltweit geklickten Videohit, als sie spontan in der Frankfurter S-Bahn auf dem Rückweg von der Musikmesse den Prince-Klassiker „Kiss“ live performten.

„Ich will mehr sein als das Mädchen, das damals in der S-Bahn sang“

Damals war ihr Künstlername noch „Kiddo Kat“. „Das Video war ein Türöffner. Aber ich habe mich in diesem Jahr entschlossen, meinen Künstlernamen zu wechseln. Ich will mehr sein als das Mädchen, das damals in der S-Bahn sang. Ich bin Musikerin durch und durch“, betont sie. Warum der Name Annie Chops? „Annie nennen mich meine Freunde wegen Anna. Und Chops hat mehrere Bedeutungen. So ist es auch eine Gitarrenspieltechnik, oder ein Slangausdruck im Jazz für Skills (engl. Fähigkeiten).“ Am Freitag ist Chops zweites Album „Level Up“ erschienen. Das verkauft sie auch auf der Zeil, Menschen jeden Alters werfen aber auch so Münzen in die Box, weil sie begeistert sind. Chops ist auf Street-Tour in Deutschland unterwegs. Das sei nicht nur pandemiegeschuldet. „Straßenkonzerte hat es schon vor der Pandemie gegeben. Klar, das ist manchmal rough. Aber es ist viel persönlicher als beim Clubkonzert und man erreicht viele neue Leute.“

Fern vom Plattenlabel inszenierten Popstar-Püppchen

Die Konzerte sind immer spontan, wenige Stunden zuvor hat sie Uhrzeit und Ort auf ihrer Instagram-Story veröffentlicht. In ihrer Musik vermischt sie R’n’B, Soul, Hip-Hop und Pop. Sie schreibt aber nicht nur ihre eigenen Songs. „Ich habe auch bei Max Mutzkes neuem Album mitgeschrieben“, sagt sie. Und bald ist sie mit Mutzke auf Tour. Dabei tritt sie im Vorprogramm bei seinem Konzert am 7. Oktober in Darmstadt auf. „Wenn die Pandemie nicht dazwischen kommt.“

Annie Chops ist fern eines vom Plattenlabel inszenierten Popstar-Püppchen. Mit 13 gründete sie mit Freundinnen, nachdem sie im Kino den Teenie-Film „Freaky Friday“ mit Lindsay Lohan sah, eine Mädchenband wie die Protagonistin im Film. Und bei Mark Forster stand sie als Gitarristin auf der Bühne. „Das war toll, weil es eben wenig Gitarristinnen gibt. Mädchen kamen später auf mich zu oder schrieben mir, dass sie jetzt auch Gitarristin werden wollen. Ich möchte Mädchen inspirieren, dass sie alles sein können, was sie wollen.“ Female Empowerment ist auch Thema in ihrer Musik.

Annie Chops tauscht sich mit Carolin Kebekus aus

Da passt es auch sehr gut, dass Standup-Comedienne Carolin Kebekus ihr nicht nur auf Instagram folgt, sondern sie sich auch persönlich austauschen. „Wir haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Sie als Frau in der männerdominierten Comedy-Welt und ich eben in der Musikwelt, wo es immer noch patriarchalische Vorstellungen von Frauen gibt.“ Chops betont: „Ich hoffe, dass ich irgendwann nicht mehr hören muss. ‚Für eine Frau spielst du aber gut Gitarre.‘ Sondern, dass nur noch zählt, dass ich eine gute Musikerin bin.“

(Kathrin Rosendorff)

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