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Weltrekord auf Eis in Frankfurt

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Von: Timur Tinç

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Dirk Leonhardt (rechts) wird von einem Eishockeyspieler der Löwen Frankfurt begleitet.
Dirk Leonhardt (rechts) wird von einem Eishockeyspieler der Löwen Frankfurt begleitet. © Renate Hoyer

Extremsportler Dirk Leonhardt gelingt an der Frankfurter Eissporthalle die „längste Triathlon-Distanz auf Eis“. Er absolvierte am Montag 165,17 Kilometer auf Kufen, Rad und Spikes.

Um 19.24 Uhr riss Dirk Leonhardt die Hände auf dem Außengelände der Frankfurter Eissporthalle in die Luft. Seine Ehefrau und seine Mutter ließen einen Konfettiregen über ihn ergehen. Dann umarmte der 40-Jährige seine beiden Söhne. Seit Montagabend ist er Weltrekordhalter für die „längste Triathlon-Distanz auf Eis“. Von 7 Uhr morgens an war er rund 40 Kilometer Schlittschuh gefahren, rund 80 Kilometer Rad auf Eis gefahren und lief anschließend noch einen Marathon um das Oval, das 362 Meter in der Innenbahn misst.

„Ich vergesse jedes Mal, wie anstrengend das ist“, sagte Leonhardt erschöpft, aber überglücklich. „Die Freude bleibt. Der Schmerz vergeht.“ Der Mann aus Bruchköbel hat sich schon öfter an die eigenen Grenzen getrieben. Er hält den Weltrekord für den längsten Triathlon aller Zeiten mit alleine 200 Kilometer Schwimmen. Er hat den längsten Treppenlauf und den schnellsten Hundertmeterlauf unter Wasser absolviert. „Es ist heutzutage ganz schwer, Pionier in etwas zu sein. Fast alles hat irgendjemand schon gemacht. Aber hier bin ich der Erste!“, erklärte der Beamte der Bundesbank, warum er sich auf das Eis gewagt hatte. Zumal er nie wirklich das Schlittschuhlaufen geübt hat, wie er zugab.

Trotzdem hat er während des Rekordversuchs nie gezweifelt. „Wenn kein Zeitdruck da ist und ich gehen kann, selbst wenn ich kriechen muss, dann schaff ich das“, sagte Leonhardt. Aber er sei zwischendrin schon frustriert gewesen, „weil ich den Ehrgeiz habe schnell zu sein.“ Vor allem die Runden mit dem eigens angefertigten Rad hat er dann doch vorsichtiger angehen müssen, als er gedacht hat. Bis zur halben Distanz des Marathons ging auch alles gut. Dann brach er ein wenig ein. „Ich habe zu wenig gegessen. Da rächt sich der Hungerast“, sagte Leonhardt. Er musste ein paar Gehpausen machen, nach einer halben Stunde fing er sich wieder. Einsam musste Leonhardt nicht laufen. Sowohl seine Frau, als auch die zwei Söhne begleiteten ihn auf einigen Runden, eine Jugendmannschaft der Löwen, ein Pinguin- und ein Eisbär-Maskottchen und andere Unterstützerinnen und Unterstützer. Zur Belohnung gab es die Urkunde für den Weltrekord aus den Händen von Olaf Kuchenbecker, Rekordrichter beim Rekordinstitut für Deutschland. „165,17 Kilometer“ insgesamt hatte er gezählt.

Das 2000 Euro teure Fahrrad, mit dem Leonhardt den Rekord aufgestellt hat, wird für einen guten Zweck versteigern, Die Kinderengel Rhein-Main, ein Verein, der kranken Kindern und deren Eltern hilft, wird den Erlös bekommen. Ob er nun alles erreicht habe, wurde Leonhardt gefragt? Da musste er schmunzeln: „Ich habe so viele Ideen. Es gibt so viele Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen und Gutes zu tun. Ich wäre am liebsten ein Tausendsassa“, sagte er. Aber an erster Stelle komme die Familie. Zu Hause freue er sich nun auf eine Pizza, eine Massage und ein warmes Bad.

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