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So schwamm er dahin, als ihn vor 30 Millionen Jahren Schlamm und Sand begruben: stolzer Opernplatz-Fisch.
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So schwamm er dahin, als ihn vor 30 Millionen Jahren Schlamm und Sand begruben: stolzer Opernplatz-Fisch.

Frankfurt Fossilienfund

Weltnaturerbe Opernplatz

  • VonClaudia Michels
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In der Baustelle für ein Luxushotel am Opernplatz ist ein 30 Millionen Jahre alter versteinerter Fisch aufgetaucht. Es ist das älteste Fundstück, das der Frankfurter Boden je preisgegeben hat.

Der Fisch sieht perfekt aus, schlank, wohlproportioniert und gut erhalten. Mitten in Frankfurt, wo heute der Opernplatz liegt, zog er vor 30 Millionen Jahren seine Kreise. Irgendwann ist das Wasser versickert, der schöne Fisch wurde von Schlamm und Sand begraben. Nach und nach ist er versteinert. So ist er jetzt wieder aufgetaucht.

Der Fisch bringt es auf stolze zehn Zentimeter. Er ist das älteste Fundstück, das der Frankfurter Boden je preisgegeben hat, sagte Denkmalamtsleiterin Andrea Hampel am Donnerstagabend. Ihr ist das Fossil, der prachtvolle Fisch, in der Baustelle für das Luxushotel am Opernplatz untergekommen. In der Baugrube fanden sich zahlreiche seiner Art, berichtet der Grabungstechniker Rolf Bulka im Denkmalamt; er war „der repräsentativste“, am besten erhaltene. Das Fossil lag in zwölf Metern Tiefe. Sein hohes Alter lasse sich an der Schichtenfolge im Boden ablesen.

Baustelle läuft normal

Am Opernplatz, am Rand der Bockenheimer Anlage, wird seit geraumer Zeit die frühere Frankfurter Stadtmauer samt Eckbastion Stück für Stück aufgegraben, vermessen und wieder abgetragen. Die Bauarbeiter stellen sich auf die Untersuchungen ein und verziehen sich jeweils mit den schweren Gerätschaften woanders hin. Auch für die nächste Woche weist der Baustellenkalender täglich den gleichen Eintrag auf: „Archäologische Untersuchungen der Stadtmauer und deren Rückbau nach behördlicher Freigabe.“ Bauleiter Ralf Fath sieht die Arbeiten durch die Grabungen nicht behindert, wie er vermeldet: „Es läuft alles zügig.“

Der paläontologische Fund ist eine Sensation, informierte Andrea Hampel bei der Vorstellung der Jahresbilanz des Denkmalamtes im Planungsdezernat. Sie ordnete den Wert „wie in der Grube Messel“ ein. Die Funde der dortigen Fossillagerstätte (bei Darmstadt), Weltnaturerbe seit 1995, geben Aufschluss über 47 Millionen Jahre Weltgeschichte.

Fossilien werden präpariert

Archäologin Hampel, die am Freitag unterwegs und für nähere Erläuterungen nicht zu sprechen war, konnte in dem Vortrag von einigen Sensationen im Frankfurter Boden berichten. Die zweite ist 18 Millionen Jahre alt und ruhte unter der Universitätsklinik am Theodor-Stern-Kai. Dort sei Ende September 2013 ein ganzer Schwarm Fische zum Vorschein gekommen. Ein Holzkohleflöz in neun Metern Tiefe machte die vom Hessischen Baumanagement beauftragten Arbeiter beim Ausbaggern aufmerksam. Diese Fische aus der Vorgeschichte sollen eher Fischlein sein, drei bis fünf Zentimeter groß. Einige Exemplare wolle man im Eingangsbereich des Klinikneubaus ausstellen.

Um die Fischfossilien zu bewahren, werden sie „recht aufwendig präpariert und in Kunstharz umgebettet“, erläutert Grabungstechniker Rolf Bulka. Was mit dem repräsentativen Leitfisch vom Opernplatz passiert, war noch nicht in Erfahrung zu bringen. Er scheint noch in der Obhut des Denkmalamts zu sein.

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