Kultur

Weltkulturen-Museum in Frankfurt braucht mehr Platz

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Leiterin des Weltkulturen-Museums Eva Raabe spricht in der Frankfurter Sparkasse über die nötige Ausstellungsfläche und den Umgang mit Kolonialkunst.

Das Frankfurter Weltkulturen-Museum braucht mehr Platz. Schon seit Jahren kann das Haus seine Sammlung von 67 000 Objekten aus Ozeanien, Australien, Südostasien, Amerika, Afrika, Europa sowie sein Bildarchiv mit 100 000 Fotografien und Filmen nicht angemessen präsentieren. Auch nicht die 50 000 Bücher und Zeitschriften. Dafür ist die denkmalgeschützte Villa am Schaumainkai 35 mit ihren 656 Quadratmetern Ausstellungsfläche zu klein.

Doch der geplante Neubau des früheren Völkerkundemuseums wurde 1992 aus finanziellen Gründen gestoppt. Ebenso fiel der unterirdische Erweiterungsbau des Museums 2012 den Kosten zum Opfer. Dabei hatten sich Magistrat und Stadtverordnetenversammlung schon auf den Entwurf des Berliner Büros Kuehn Malvezzi, Gewinner des Architekturwettbewerbs, verständigt.

Derzeit arbeiten Planungsdezernent Mike Josef und Kulturdezerntin Ina Hartwig (beide SPD) an der Idee, das Weltkulturen-Museum um eine Dependance im Erdgeschoss des neuen, etwa 200 Meter hohen Büroturms, der auf dem Grundstück Neue Mainzer Straße 57–59 gebaut werden soll, zu erweitern. Investor ist die Landesbank Hessen-Thüringen. Als Vorbild gilt die Dependance des Museums für Moderne Kunst im Taunusturm.

Über die Zukunft des Weltkulturen-Museums sprechen dessen Leiterin Eva Raabe und Hans Peter Hahn von der Goethe-Universität Frankfurt am Donnerstag, 12. März, um 19 Uhr im Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse, Neue Mainzer Straße 49. FAZ-Redakteur Michael Hierholzer moderiert. Der Eintritt ist frei.

Neben der Frage nach der Ausstellungsfläche wird es auch darum gehen, wie das Weltkulturen-Museum es mit der Kolonialkunst hält. Die Provenienz einzelner Objekte wurde bereits in der Ausstellung „Gesammelt. Gekauft. Geraubt. Fallbeispiele aus kolonialem und nationalsozialistischem Kontext“ 2018/2019 aufgearbeitet. Allerdings steht die Auseinandersetzung mit der hauseigenen Sammlung noch relativ am Anfang.

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