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Die Sprengung.

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Bomben-Sprengung verursacht meterhohe Wasserfontäne

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Vier Stunden mussten Anwohner ausharren, dann war die Weltkriegsbombe im Main gesprengt.

Es war genau 11.30 Uhr am Sonntag, als ein Knall die Stille am Main zerriss, die Erde am Ufer bebte und eine meterhohe Wasserfontäne nach oben schoss: Eine im Main gefundene Weltkriegsbombe war mitten in Frankfurt vom Kampfmittelräumdienst gesprengt worden – auch wenn das nicht ganz der Plan gewesen war. Ursprünglich hatte nur der Zünder entfernt werden sollen. Zuvor hatten rund 600 Anwohner der Altstadt und Sachsenhausens im Bereich der Alten Brücke zur Sicherheit ihre Wohnungen verlassen müssen, erst vier Stunden später konnten sie wieder zurückkehren. Auch im Straßen- und Schiffsverkehr war es zu Sperrungen und Umleitungen gekommen.

Die 250 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe war am Dienstag bei einem Übungstauchen der Feuerwehr gefunden worden. Ob sie gesprengt oder entschärft wird, war noch bis zum Sonntagmorgen unklar. Der dann am Morgen gefasste Plan des Kampfmittelräumdienstes war zunächst ganz unspektakulär: Der Zünder des Blindgängers sollte entfernt werden, um den Sprengkörper unschädlich zu machen. Taucher des Räumdienstes Rheinland-Pfalz zogen daher die Bombe von ihrem Fundort nahe der Alten Brücke in tieferes Wasser, in die Fahrrinne des Mains mit einer Tiefe von 5,50 bis sechs Metern. Und mit mehreren kleinen Sprengungen vertrieben sie erst einmal die Fische. Dann kam es anders als geplant: Der Zünder ließ sich nicht entfernen.

Deswegen wurde im vorderen Bereich der Bombe beim Zünder Sprengstoff angebracht. In der Hoffnung, dass nur der Zünder abgesprengt werden würde. „Doch das lässt sich nicht planen“, sagte eine Polizeisprecherin. Und so ging dann doch die komplette Bombe hoch. Wie ein Polizeisprecher sagte, hatten die Fachleute aber einkalkuliert, dass die gesamte Bombe explodieren könnte. Für die vielen Schaulustigen am Main war es jedenfalls ein Spektakel: Die Detonation um 11.30 Uhr beförderte eine mehr als 30 Meter hohe Wasserfontäne nach oben.

Zwei Schutzzonen bei Bomben-Sprengung in Frankfurt

Zuvor hatten am Morgen Sicherheitskräfte zwei Schutzzonen rund um die Alte Brücke eingerichtet. In der roten Zone mussten die Bewohner ihre Häuser bis acht Uhr verlassen haben. In der gelben Zone durften die Bewohner verbleiben, sollten aber Fenster und Türen geschlossen halten.

Im Evakuierungsbereich prüften die Polizisten ab acht Uhr, ob alle Anwohner ihre Wohnungen verlassen hatten. Nach Angaben der Polizei lief alles reibungslos ab.

Wer während der Evakuierung eine Aufenthaltsmöglichkeit brauchte, konnte in den Ratskeller im Römer gehen. Dort versorgte das Deutsche Rote Kreuz rund 30 Leute mit Getränken und Essen. Die Bombe im Herzen Frankfurts hatte auch Auswirkungen auf das öffentliche Leben der Stadt. So fielen am Sonntagmorgen etwa die Gottesdienste im Kaiserdom aus. Auch das Historische Museum sowie das Junge Museum waren geschlossen. Dafür öffneten die übrigen Museen, Palmengarten und Zoo für die Anwohner während der Räumung kostenlos ihre Türen. Insgesamt waren rund 350 Einsatzkräfte von Landes-, Stadt- und Wasserschutzpolizei, Feuerwehr, Deutschem Rotem Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe und DLRG im Einsatz.

Nach der Sprengung trieben laut Polizei einige wenige Fische leblos im Main. Von der Bombe aber ist zumindest nichts mehr übrig. „Wie ein Taucher nach der Explosion feststellte, wurde die Bombe im Wasser durch die Explosion total zerstört“, teilte das Regierungspräsidium Darmstadt mit.

Die Sperrzone durfte um 12.45 Uhr wieder betreten werden, die betroffenen Anwohner in ihre Wohnungen zurückkehren. Auch die Straßensperrungen wurden mittags aufgehoben.

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