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Andreas Hinder hat das 1,70 hohe Apfelweingefäß, das 690 Liter fasst, aus 500 Kilogramm Westerwälder Steinzeugton geschaffen. Monika Maurer hat die traditionelle Bemalung mit kobalthaltiger Farbe aufgetragen.
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Andreas Hinder hat das 1,70 hohe Apfelweingefäß, das 690 Liter fasst, aus 500 Kilogramm Westerwälder Steinzeugton geschaffen. Monika Maurer hat die traditionelle Bemalung mit kobalthaltiger Farbe aufgetragen.

Apfelwein-Museum

Weltgrößter Bembel kommt ins Museum

1,70 Meter ist er hoch, 690 Liter gehen rein: Im Westerwald steht der größte Bembel der Welt, im Frühjahr soll er nach Frankfurt ins neue Apfelwein-Museum gebracht werden. Ein Eintrag ins Guinness-Buch ist geplant - dafür muss der Bembel aber funktionstüchtig sein. Doch so einfach ist das Ausschenken aus dem Riesen-Gefäß nicht.

1,70 Meter ist er hoch, 690 Liter gehen rein: Im Westerwald steht der größte Bembel der Welt, im Frühjahr soll er nach Frankfurt ins neue Apfelwein-Museum gebracht werden. Ein Eintrag ins Guinness-Buch ist geplant - dafür muss der Bembel aber funktionstüchtig sein. Doch so einfach ist das Ausschenken aus dem Riesen-Gefäß nicht.

Er ist mannshoch, bauchig und schimmert grau-blau: Noch steht das Riesengefäß als weltgrößter Bembel auf einer Holzpalette in der Werkstatt von Andreas Hinder in der Keramik-Hochburg Höhr-Grenzhausen im Westerwald. Dort entstehen schon seit vielen Jahren Bembel für die Apfelwein-Schenken im benachbarten Hessen. Im Frühjahr soll das überdimensionale Gefäß nach Frankfurt gebracht werden, auch ein Eintrag ins „Guinness Buch der Rekorde“ ist geplant.

Der Riesen-Bembel ist 1,70 Meter hoch, er fasst 690 Liter des beliebten „Stöffches“, wie die Hessen den Apfelwein liebevoll nennen. „Da kann man ein schönes Fest mit machen“, sagt Donato Romanazzi vom Apfelwein Centrum Hessen (ACH) aus Frankfurt. Der gemeinnützige Verein gab den Bembel in Auftrag, finanziert wurde er mit Hilfe privater Sponsoren. Künftig soll das gute Stück mithelfen, die Apfelwein-Kultur in der Hessen-Metropole zu pflegen, denn genau das hat sich das ACH auf die Fahnen geschrieben.

Für Andreas Hinder, der den Bembel gemeinsam mit dem Künstler Jesse Magee schuf, war dies ein ganz besonderer Auftrag. Eine Tonmasse von bis zu 30 Kilogramm lasse sich noch auf einer Töpferscheibe bearbeiten, sagt Hinder. „Ab einem gewissen Maßstab geht das aber nicht mehr.“ So wie im Fall des Riesen-Bembels: Hier waren 500 Kilogramm Westerwälder Steinzeugton nötig. Zunächst wurde eine Holzschablone gefertigt und entlang dieser der Apfelwein-Krug 14 Tage lang Streifen für Streifen aufgebaut. Die Übergänge zwischen den Streifen wurden verstrichen, „vernähen“ nennen das Fachleute. Zum Abschluss wurden per Hand der Henkel und die Schnaube, also der Ausguss, geformt.

Gewicht von 300 Kilogramm

Weil sich ein solches Ton-Monstrum nicht so einfach hin- und herkarren lässt, haben Hinder und Magee den Bembel direkt neben einem großen Brennofen im Institut für Künstlerische Keramik und Glas (IKKG) in Höhr-Grenzhausen gefertigt. „Als er im Ofen stand, waren wir alle erleichtert“, erinnert sich Hinder. Bei bis zu 1260 Grad wurde der Bembel gebrannt, hinzu kamen sieben Kilogramm Kochsalz. Sie verdampften im Ofen, legten sich als Nebel gleichmäßig auf den Ton und ergaben die Salzglasur. Beim Trocknen und Brennen schrumpfte der Bembel um rund ein Zehntel, es blieb noch ein Gewicht von 300 Kilogramm übrig.

Für die traditionelle Bemalung mit kobalthaltiger Farbe, sogenannter Smalte, war Monika Maurer zuständig. Sie betreibt eine Töpferei in Frankfurt-Sachsenhausen, dem Herzen des „Äbbelwoi“- oder „Ebbelwei“-Landes sozusagen. „Ich war den ganzen Tag beschäftigt“, sagt sie und ergänzt voller Stolz: „Es war schon eine Ehre für mich.“

Im kommenden Frühjahr wird der Bembel in die Rhein-Main-Metropole transportiert, er soll dort möglichst bald in einem neuen Apfelwein-Museum zu bestaunen sein. Für ein solches Haus kämpft der ACH. Wo es einmal untergebracht sein wird, ist laut Romanazzi noch nicht klar. Ungeachtet des Standortes muss der Riesen-Bembel am Ende aber funktionstüchtig sein, nur dann dürfte es mit dem Eintrag ins Guinness Buch klappen. Dafür wird die Frankfurter Schlosser-Innung ein extragroßes Kippgestell anfertigen - einen sogenannten Faulenzer. Das Ausschenken sollte dann kein Problem mehr sein. (dpa)

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