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Weltaidstag

Ansteckung mit HIV: Immer mehr Heterosexuelle betroffen

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
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Während HIV-Neuinfektionen bei Männern, die mit Männern Sex haben, zuletzt zurückging, gibt es einen Anstieg HIV-positiver heterosexuellen Personen.

  • In Zeiten von Corona ziehen Menschen flüchtigen Sex mit Fremden vor.
  • Das wirkt sich auch auf Infektionszahlen mit HIV aus.
  • Das Ziel der Aidshilfe in Frankfurt laut daher mehr Präventionsarbeit für heterosexuelle Menschen.

Frankfurt - Haben die Menschen in Zeiten von Social Distancing eigentlich weniger Sex und gibt es so weniger Ansteckungen mit HIV? „Das wäre naiv zu glauben“, sagt Christian Setzepfandt, Vorstand der Aidshilfe Frankfurt. „Die Lust geht ja nicht weg. Und viele Menschen fühlen sich gerade in Zeiten von Corona einsam - gerade in der Großstadt. Und oft ziehen sie flüchtigen Sex mit Fremden dann vor“, betont Carsten Gehrig, Fachbereichsleiter Psychosoziales der Aidshilfe Frankfurt, wenige Tage vor dem Weltaidstag am 1. Dezember.

Gedenkveranstaltung und Soli-Bärchen

Die Gedenkveranstaltung soll in den Abendstunden des 1. Dezember auf dem Youtube-Kanal der Aidshilfe Frankfurt zu sehen sein. https://www.youtube.com/user/aidshilfeffm. Bereits am Montagabend gibt es dort den aufgezeichnete Gottesdienst „Liebevolle Nähe in Zeiten von Corona“. Soli-Bärchen (6,50 Euro), die der Aidshilfe zugute kommen gibt es zu bestellen . Weitere Informationen zu Verkaufsaktionen sowie zu den Geschäften, in die Bärchen erworben werden können, und das Bestellformular finden sich auf der Homepage unter https://www.frankfurt-aidshilfe.de/baerenstark

Die Zahlen für 2020 liegen noch nicht vor. Aber die Tendenz bei den Zahlen der Neuinfektionen bei heterosexuellen Kontakten gehe nach oben. Ein erklärtes Ziel der Aidshilfe Frankfurt ist: mehr Präventionsarbeit für Heterosexuelle. Denn wie Gehrig sagt: „Wir hatten schon 2019 einen leichten Anstieg der Neuinfektionen im heterosexuellen Bereich.“ Das sei der höchste Anstieg seit 2016. Die Neuinfektionen bei MSM, also Männern, die mit Männern Sex haben, gingen leicht zurück.

HIV: Auch in Zeiten von Corona sollen sich Menschen auf das Virus testen lasen

Insgesamt gab es 2600 HIV-Neuinfektionen im Jahr 2019 in Deutschland, 200 mehr als 2018. Bei den heterosexuellen Männern waren es 250, bei den heterosexuellen Frauen 400 Neuinfektionen. In Hessen gab es 2019 220 Neuinfektionen. Auch bei Drogenkonsument:innen sei ein leichter Anstieg von 310 auf 360 deutschlandweit zu verzeichnen.

Wichtig sei, so Gehrig, dass die Menschen sich auch in Zeiten von Corona auf HIV testen ließen. „Im April und Mai haben sich in Frankfurt deutlich weniger Leute testen lassen, weil sie Angst hatten, sich mit Corona anzustecken.“ Aber nun testen sich wieder mehr - auch zu Hause. Das sei wichtig, damit die Infektionen schnell behandelt und die Infektionsketten durchbrochen würden. „Bislang haben sich wenig HIV-Infizierte mit Corona angesteckt“, sagt Setzepfandt. Woran das liegt, sei wissenschaftlich noch nicht belegt. Wichtig sei aber, dass alle Menschen beim Sex eigenverantwortlich handelten, aber nicht in Panik verfielen. „Sexualität soll nicht mit Angst verbunden werden“, so Setzepfandt.

HIV: Video-Gedenkveranstaltung am Weltaidstag

Coronabedingt sei am Weltaidstag diesmal nur eine Video-Gedenkveranstaltung möglich. Am Aids-Memorial im Peterskirchhof werden symbolisch drei Nägel in die Memorial-Wand geschlagen und die Namen der seit letztem Jahr Verstorbenen verlesen. „51 Aidstote in Frankfurt sind uns bekannt. Aber es könnten mehr sein“, sagt Setzepfandt. (Kathrin Rosendorff)

Die Gedenkveranstaltung ist am Abend des 1. Dezember auf dem Youtube-Kanal der Aidshilfe Frankfurt zu sehen. Bereits am Montagabend gibt es den Gottesdienst „Liebevolle Nähe in Zeiten von Corona“. Soli-Bärchen (6,50 Euro), die der Aidshilfe zugute kommen: www.frankfurt-aidshilfe.de.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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