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Die Mädchen demonstrierten durch die Innenstadt über die Berger Straße bis zum Jugendhaus in der Heidestraße. Monika Müller
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Die Mädchen demonstrierten durch die Innenstadt über die Berger Straße bis zum Jugendhaus in der Heidestraße. Monika Müller

Frankfurt

Welt-Mädchentag in Frankfurt: „Ich trage, was ich will“

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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Auch in Frankfurt demonstieren Mädchen und junge Frauen in der Innenstadt am Welt-Mädchentag. Für Gleichberechtigung, gegen Sexismus, aber eben auch die Rechte von LSBTIQ*. Und am Ende der Kundgebung wird der Goetheplatz zum „Simone Biles“-Platz umbenannt.

Die Mädchen sind nicht zu überhören. „Mädchentag. Mädchentag“, rufen sie so laut am Montagmittag am Goetheplatz unterstützt vom Trillerpfeifen-Sound, dass sogar die Menschen in der Schlange vor dem Louis-Vuitton-Laden auf der anderen Straßenseite neugierig rüberschauen. Auf der Rückseite der rosa T-Shirts, die einige Mädchen tragen, steht „Ich trage, was ich will“. „Nein, heißt nein“ oder „Ich bin kein Mädchen für alles“ steht auf Plakaten.

Denn auch in Frankfurt wird am Welt-Mädchentag für Gleichberechtigung und gegen Sexismus und sexuelle Gewalt demonstriert. „Ich bin es leid, dass Menschen sagen, dass Mädchen, die knappe Outfits tragen, selbst schuld seien, wenn sie vergewaltigt werden“, sagt Gül (15). Auf ihrem Plakat steht „Raptist rape people, not outfits“ (Vergewaltiger vergewaltigen Menschen, keine Outfits).

In der Menge und später auch auf der Bühne steht Loki (12). Das sei ihr bevorzugter Name: „Der Name, den meine Eltern mir gegeben haben, passt nicht zu mir. Ich bin non-binary“, sagt sie. Die Schülerin möchte sich also weder als nur Mädchen oder nur Junge definieren lassen. In der Schule höre sie blöde Sprüche. „Weil ich mich nicht mädchenhaft anziehe. Ich will aber tragen, was mir gefällt. Und ich will, dass ich Mädchen lieben kann und das genauso okay ist, als wenn ein Mann eine Frau liebt.“

Überhaupt sind sie und andere in der Menge hier nicht nur, um für Frauenrechte, sondern auch für die Rechte von LSBTIQ*(Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*-, Inter*- und queeren Menschen) zu kämpfen. Denn es ist auch der internationale Coming-out-Tag.

Der Frankfurter Mädchentag wird seit 2012 vom Frauenreferat sowie Trägern und Einrichtungen der Mädchenarbeit organisiert. Bei der Kundgebung steht auch eine Mitarbeiterin der stationären Jugendhilfe. „Auch in Deutschland werden Mädchen noch im 21. Jahrhundert Beschränkungen auferlegt. Bei uns sind Mädchen, die es zu Hause nicht mehr aushalten, weil sie beispielsweise mit Ausnahme der Schule nicht aus dem Haus dürfen, ihnen kein Freund erlaubt wird oder sie Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch sind.“

In diesem Jahr haben die jungen Frauen selbst die Organisation der Demo übernommen. Melinda (19) hat das Lied „It’s time to stand up for the girls“ („Es ist Zeit für die Mädchen aufzustehen“) bereits vergangenes Jahr geschrieben und eingesungen. Das Musikvideo wird nun unter Jubel auf dem Goetheplatz gefeiert. Melinda sagt, sie wünsche sich eine Welt, in der Leistungen von Mädchen nicht runtergeredet werden. „Mir wurde gesagt, dass ich nur gut in der Schule sei, weil Mädchen automatisch besser seien als Jungs. Als ob ich nicht dafür lernen müsste.“

Bevor der Demozug durch die Innenstadt weiterzieht, wird der Goetheplatz zum „Simone- Biles-Platz“ umbenannt. Und zwar nicht nur, weil die Turnerin mit 24 Jahren bereits 25 Weltmeistermedaillen besitzt, sondern weil sie öffentlich gemacht habe, dass sie vom ehemaligen Teamarzt des US-Turnteams sexuell missbraucht wurde. „Der Doc ist jetzt im Gefängnis“, ruft ein Mädchen von der Bühne.

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