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Die Oxfam-Mitarbeiterinnen Lindsey Fairhurst und Hille Vater (von links) hinter der Theke.

Nordend

Die Welt besser shoppen

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Beim Tag der offenen Tür kann im Oxfam-Laden im Frankfurter Nordend nicht nur Gutes gekauft, sondern auch Gutes getan werden.

„Ich hätte niemals gedacht, dass die Arbeit im Shop so interessant ist“, sagt Rosmarie Forsthofer. Seit Juli 2016, als im Nordend der mittlerweile fünfte Frankfurter Oxfam-Laden öffnete, ist sie Teil des 40-köpfigen Teams aus Ehrenamtlern, die den Betrieb im Oeder Weg am Laufen halten. Sachspenden annehmen und sortieren, Preise festlegen und Kunden beraten – das sind nur einige der Aufgaben, denen sich die Ruheständlerin jede Woche für fünf Stunden widmet.

Die gelernte Lehrerin betreut die Buchabteilung des Shops und ist spezialisiert auf Kinder- und Jugendbücher. Nach Einführungsveranstaltungen und Schulungen erhält jedes neue Teammitglied eine feste Aufgabe im Geschäft. In der Filiale im Nordend gibt es neben Literatur auch eine große Klamottenabteilung, Schmuck, Porzellan und vieles mehr. „Dies und Das“ nennen die Betreiber die Sektion für das Allerlei. Wer nach billigem Trödel sucht, ist im Oeder Weg jedoch an der falschen Adresse. Beim Gang durch die aufgeräumten Regale fallen dem Besucher Markenklamotten, hochwertiges Geschirr und Designerware ins Auge. Eine Dekorationsschale etwa, die silbern aus der Glasvitrine neben der Kasse herausscheint, kostet stolze 125 Euro.

Solch teure Artikel und besondere Antiquitäten blieben aber die Ausnahme, sagt Christoph Albrecht-Heider. Der Pressesprecher des Stores navigiert die Besucher am Donnerstag beim „Tag der offenen Tür“ durch die Regale. Willkürlich gesetzt sind die Verkaufspreise nicht. „Wir legen großen Wert darauf, dass wir unsere Artikel für einen realistischen Betrag verkaufen“, so Albrecht-Heider. Mit Eifer recherchieren die Mitarbeiter dafür im Internet und auf Preislisten jedes einzelne Stück, ziehen manchmal sogar die Expertise von Fachleuten heran. Freilich hat Oxfam auch das Ziel, Geld für den guten Zweck zu verdienen. Möglich sei dies nur durch die vielen freiwillig geleisteten Arbeitsstunden des Teams, betont Albrecht-Heider. Das Konzept dabei ist so simpel wie erfolgreich. Verkauft wird in Oxfam-Geschäften ausschließlich gespendete Ware. Die Einnahmen kommen den Projekten zugute, mit denen sich die internationale Hilfsorganisation weltweit engagiert.

Zu den Zielen der Organisation gehören unter anderem die Stärkung von Frauenrechten und die Förderung von Umweltprojekten. Eines ihrer Lieblingsprojekte sei die Unterstützung junger Mädchen in Benin, erzählt Marion Fuchs. Weil viele Mädchen in dem westafrikanischen Land ihren Familien bei der Arbeit auf dem Markt helfen müssten, hätten sie keine Möglichkeit, zur Schule zu gehen. Oxfam hat deshalb Lernstationen auf Märkten installiert, um für die Mädchen einen Zugang zu Bildung zu schaffen, erklärt die Shop-Referentin, die den Betrieb von sechs der 52 deutschen Oxfam-Läden übersieht. „Es ist einfach wunderbar, wenn unsere Projekte Erfolg haben und über Jahre hinweg das Leben von vielen Menschen auf der ganzen Welt verbessern können“, so Fuchs.

Oxfam in Frankfurt im Überblick: Die Filiale im Oeder Weg 28 ist  montags bis freitags von 10 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 15 Uhr geöffnet. 

Das Team sucht freiwillige Helfer, die pro Woche eine Arbeitsschicht à fünf Stunden übernehmen würden. Bei Interesse und für weitere Information: Tel.: 597 998 56 oder im Internet unter www.oxfam.de

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