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Blick in das Foyer des neuen Theaters in Frankfurt. 

Prinzipal Michael Quast

Von den „Wellbappn“ bis zum Figurentheater

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Prinzipal Michael Quast lädt sich im Jahr 2020 viele Gäste in sein neues Theater am Großen Hirschgraben im Stadtzentrum ein.

Das Volkstheater von Michael Quast besitzt erfrischend anarchistische und libertäre Züge. Es hat so gar nichts Volkstümliches, getreu der Feststellung von Bertolt Brecht, das Volk sei gar nicht tümlich – also nicht so bieder und duldend, wie es sich die Herrschenden wünschen. Quast bürstet die Klassiker, die er neu interpretiert, gegen den Strich. Sei es jetzt der Frankfurter Volksdichter Friedrich Stoltze, den er besonders liebt, oder im Sommer, wenn Quast wieder den Molière an den Main verlegt.

Diese Haltung spiegelt denn auch der Spielplan der neuen Volksbühne am Großen Hirschgraben. Natürlich taucht darauf eine Friedrich-Stoltze-Revue auf (am 21. Februar). Und natürlich interpretieren Quast und Philipp Mosetter Goethes „Faust“ ganz neu (am 3. Februar). Die beiden nehmen sich auch „Grimms Märchen“ vor und geben dem Ganzen nicht umsonst den Untertitel „Eine Warnung“ (8. Mai). Und sie bringen gemeinsam das gesamte dramatische Werk Schillers auf die Bühne (am 6. März).

Mit seiner kongenialen Partnerin Sabine Fischmann geht Quast auch die musikalische Uraufführung an, mit der das Volkstheater am 24. Januar eröffnet: „Der Struwwelpeter“. Zu diesem Stück haben Uwe Dierksen, Christian Hommel und Hermann Kretzschmar vom Ensemble Modern die Musik geschrieben. Schon lange hatte Quast geplant, mit dem Ensemble Modern zusammenzuarbeiten, jetzt ist es so weit. Die bitterbös-drastischen Geschichten von Heinrich Hoffmann über den Zappelphilipp oder den daumenlutschenden Konrad kommen so in ganz neuem Gewand daher.

Aber auch der große Komödiant Michael Quast und seine vertrauten Partner können einen Spielplan selbstverständlich nicht alleine bestreiten. Deshalb holt sich der Prinzipal viele namhafte Gäste auf seine Bühne, die allesamt das Volkstheater neu interpretieren. So kommen etwa am 9. Februar Ulrike Kinbach und Martin Lejeune mit der „Eisprinzessin“ von F. K. Waechter zu Besuch, einem Märchen für Erwachsene. Und am 13. Februar bewegt Tristan Vogt im „Macbeth für Anfänger“ die Puppen seines Figurentheaters über die Bühne. Am 8. Mai ist noch einmal Figurentheater zu Gast: René Marik kommt mit seinem Programm „Zehage“.

Ein ganz besonderer Termin steht am 1. Februar an: Aus Bayern geben sich Hans Well und die „Wellbappn“ die Ehre, uriges und manchmal böses Musikkabarett aus dem Freistaat. Man sieht also, dass Michael Quast den Begriff des Volkstheaters weit fasst – das verspricht wunderbare Abende.

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