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Der Fernsehturm Ginnheimer Spargel im nächtlichen Nieselregen. An Weitsicht fehlt es. 

Geldmangel

Frankfurter Fernsehturm: Für Weitsicht fehlen Millionen

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Zur erhofften Sanierung des Frankfurter Fernsehturms ist bis jetzt nur die Hälfte der benötigten Summe von knapp 50 Millionen Euro vorhanden.

Auf dem Frankfurter Fernsehturm könnte eine besondere Attraktion für Menschen aus Nah und Fern entstehen: Die höchste offene Aussichtsmöglichkeit in Deutschland. Damit ist eine Plattform in einer Höhe von 238 Metern unter freiem Himmel gemeint. Diese Perspektive hat gestern der Besitzer des Gebäudes, die Deutsche Funkturm (DFMG), entworfen.

Am Tag zuvor hatte der Deutsche Bundestag knapp 24 Millionen Euro für die Sanierung des „Ginnheimer Spargels“ genehmigt. Damit wäre rund die Hälfte der Summe von 49 Millionen Euro bereits vorhanden, die für eine Sanierung des Technikbauwerkes nötig sind. DFMG-Sprecher Benedikt Albers sagte der FR, den Rest des Geldes könnten das Land Hessen und die Stadt Frankfurt beisteuern.

Nach einem solchen Modell seien bereits die Funktürme in den Großstädten Hamburg und Dresden saniert worden. Der Frankfurter Fernsehturm war 1979 wegen Mängeln beim Brandschutz für die Öffentlichkeit geschlossen worden. Vorher hatte es dort in großer Höhe ein Restaurant und eine Diskothek gegeben.

Ob die Stadt Frankfurt jetzt die fehlenden 25 Millionen Euro für die Sanierung übernimmt, blieb am Freitag unklar. Bei den Verhandlungen um den städtischen Doppelhaushalt 2020/2021, der am 12. Dezember von Bürgermeister Uwe Becker (CDU) im Stadtparlament eingebracht wird, hat das Thema bisher keine Rolle gespielt.

OB warb für  Zuschuss aus dem Bundeshaushalt

Eine Anfrage der FR beim OB-Büro zum weiteren Vorgehen in Sachen Fernsehturm blieb unbeantwortet. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hatte sich bereits im August 2019 für die Wiedereröffnung des Frankfurter Wahrzeichens öffentlich stark gemacht. Hinter den politischen Kulissen hatte Feldmann dann in der Bundeshauptstadt für einen Zuschuss aus dem Bundeshaushalt geworben.

Die DFMG hatte eine Machbarkeitsstudie bezahlt, die analysiert, wie eine Sanierung aussehen müsste. Um die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher in Zukunft zu gewährleisten, müsste vor allem in den Brandschutz investiert werden.

Die Restaurantebene würde wieder geöffnet werden. Wann das freilich geschehen könnte, ist gegenwärtig noch völlig offen. Bruno Jacobfeuerborn, der Geschäftsführer der Deutschen Funkturm GmbH, sprach am Freitag von einem „Marathon“ bis zur Wiedereröffnung des riesigen Betonbaus. Der Beschluss des Bundestages sei nur ein erster Schritt auf diesem Weg. Aber das Interesse, das Bauwerk wieder als Ausflugsziel herzurichten, bleibe in jedem Fall erfreulich.

Der Turm ist insgesamt 337,5 Meter hoch und damit der zweithöchste Fernsehturm in Deutschland nach dem Bauwerk in der Bundeshauptstadt Berlin.

Auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen nahm für sich in Anspruch, „lange“ dafür gekämpft zu haben, „dass unser Ginnheimer Spargel wieder begehbar wird“.

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