1. Startseite
  2. Frankfurt

Weitere Wasserstoff-Tankstelle im Industriepark Höchst

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Florian Leclerc

Kommentare

Die erste Wasserstoff-Tankstelle im Industriepark Höchst wurde 2006 eröffnet. Foto: Rolf Oeser
Die erste Wasserstoff-Tankstelle im Industriepark Höchst wurde 2006 eröffnet. © Rolf Oeser

Von 2023 an sollen 27 Regionalzüge mit grauem Wasserstoff befüllt werden. Der Strom stammt aus fossilen Quellen.

Im Industriepark Höchst lässt der Betreiber Infraserv eine zweite Wasserstofftankstelle bauen. Dort sollen von 2023 an 27 Regionalzüge des Herstellers Alstom mit Wasserstoff betankt werden. Einen Förderbescheid über 2,5 Millionen Euro, das entspricht 60 Prozent der Kosten, hat das Land Hessen nun übergeben. Weitere Mittel kommen vom Bund. Das Land stellt zusätzlich 800 000 Euro für ein Gutachten und eine mobile Zugbetankung bereit.

Ab dem Jahresfahrplan 2023 fahren die wasserstoffgetriebenen Züge der Linien RB 11, 12, 15 und 16 auf den Strecken von Frankfurt nach Königstein und Brandoberndorf, von Frankfurt-Höchst nach Bad Soden und von Bad Homburg nach Friedberg.

Betreiber sagt, es gebe zu wenig Strom aus erneuerbaren Quellen

Der Wasserstoff fällt im Industriepark als Nebenprodukt der chemischen Produktion an. Es ist sogenannter grauer Wasserstoff, bei dem Strom aus fossilen Energiequellen zur Herstellung verwendet wird. Als umweltfreundlich gilt grüner Wasserstoff, der mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. Trotzdem steht für Verkehrsstaatssekretär Jens Deutschendorf (Grüne) fest: „Statt Dieseltriebzügen ermöglicht es der Brennstoffzellenzug, lokal emissionsfrei und nahezu geräuschlos zu fahren.“

In Hessen sei etwa ein Drittel der Bahnstrecken noch nicht elektrifiziert. Die Landespolitik habe also viele Möglichkeiten, weitere „innovative Antriebe“ und „saubere Mobilität“ mit auf dem Weg zu bringen.

Die Bauarbeiten für die Wasserstofftankstelle haben im April begonnen und sollen Anfang 2022 abgeschlossen sein. Infraserv baut zudem einen Elektrolyseur, der Wasserstoff herstellt. Joachim Kreysing, der Geschäftsführer von Infraserv Höchst, sagte, in Deutschland gebe es noch zu wenig Strom aus erneuerbaren Quellen. Daher werde im Industriepark kein grüner Wasserstoff produziert. Etwa die Hälfte der 27 Züge wird täglich zum Auftanken in den Industriepark fahren. Ihre Reichweite beträgt nach Angaben des Rhein-Main-Verkehrsverbunds etwa 1000 Kilometer.

Auch interessant

Kommentare