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Auf der Bühne können Lehrer und Lehrerinnen manchmal so richtig aus sich herausgehen.

Frankfurt

Lehrer auf der Bühne

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Das Schultheater-Studio bietet seit 20 Jahren Fortbildungen an. Beim Theaterfest zeigen die Pädagogen ihre eigenen Stücke.

An ihrer Schule ist Pascaline Peter Einzelkämpferin. Das sagt sie selbst. Vorreiterin wäre mindestens genauso passend. Im Schultheater-Studio im Frankfurter Nordwesten lässt sie sich im Lehramt Darstellendes Spiel ausbilden – und ist als Förderschullehrerin eine von wenigen unter vielen Gymnasiallehrern. „Gerade für meine Schüler steckt im Theater die Chance Kultur kennenzulernen“, glaubt sie. Deswegen habe sie sich im Gegensatz zu den Kollegen ihrer Schule für die Fortbildung entschieden, in deren Rahmen am Samstagabend das Theaterfest stattfand.

Für die Lehrer ist das auf dem Weg zum Ausbildungsende eine Zwischenstation. „Alle, die sich fortbilden, müssen auch selbst mal auf die Bühne“, sagt Elke Mai-Schröder, Leiterin des Schultheater-Studios und zudem verantwortlich für die Weiterbildung. Denn bevor die Lehrkräfte später von den Schülern fordern, sich zu öffnen, sollten sie selbst diese Erfahrung machen.

100 Lehrer aus rund 70 Schulen aus ganz Hessen sind das am Samstag. Seit September haben sie sich in fünf Gruppen, je nach geografischer Lage, zusammengefunden und Stücke erarbeitet.

„Es war ein schöner Gruppenprozess“, erzählt Alexander Hanel von der Projektarbeit. Hanel ist 39 und Lehrer am Riedberg-Gymnasium für Englisch sowie für Politik und Wirtschaft. Warum er die Fortbildung gemacht habe? „Weil mir in der Schule oftmals das Praktische fehlt“, sagt er. In seinem Kurs in der Q2 verbinde er nun Theater mit Politik. „Man kann zwischen den Fächern gut Bezüge herstellen.“

1200 haben ihren Abschluss

Für ihrer eigenen Stücke haben die Lehrergruppen beim Theaterfest ganz unterschiedliche Aspekte mit einbezogen. Den Auftakt macht das Werk „becketträume“. Um Entfremdung geht es dabei, Unterdrückung, Fremdbestimmung. Auf der Bühne kommt das Ganze irgendwo zwischen surrealem und groteskem Schauspiel daher, innerhalb dessen sich eine alptraumähnliche Beklemmung entspinnt. Die Schauspieler sind allesamt in Schwarz gekleidet. Als Requisiten benutzen sie lediglich Stühle aus Pappe.

Im Publikum sitzt Helga Bansa-Mahla. Sie selbst wird bald mit der Weiterbildung beginnen. „Ich möchte mal sehen, was die machen, die schon weiter sind“, sagt sie. Bettina Magusoudi hingegen hat ihre Fortbildung schon lange beendet. Zum Theaterfest aber komme sie immer wieder, weil das Theater-Studio eine ganz hervorragende Institution sei.

Seit 20 Jahren werden Lehrer im Darstellenden Spiel ausgebildet. 1200 haben ihren Abschluss. Das Kultusministerium, so Mai-Schröder, habe für den kommenden Ausbildungsjahrgang bereits mündlich wieder seine Unterstützung zugesagt.

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