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Thorsten Latzel verlässt die Evangelische Akademie Frankfurt und übergibt die Leitung kommissarisch an Hanna-Lena Neuser.
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Thorsten Latzel verlässt die Evangelische Akademie Frankfurt und übergibt die Leitung kommissarisch an Hanna-Lena Neuser.

Evangelische Akademie Frankfurt

Weiterbildung läuft auch in Corona-Zeiten

  • Andreas Hartmann
    vonAndreas Hartmann
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Die Evangelische Akademie Frankfurt wird 75 und sucht eine neue Leitung. Denn der bisherige Chef Thorsten Latzel macht einen gewaltigen Karrieresprung.

Dies dürfte einer von Frankfurts imposantesten Innenräumen sein: Der Blick vom Panoramasaal der Evangelischen Akademie Frankfurt geht durch das gläserne Dach über das benachbarte Historische Museum und die Alte Nikolaikirche bis zum Domturm, der von hier aus besonders elegant ausschaut.

Besucherinnen und Besucher allerdings fehlen in diesen Monaten, Corona zwingt auch die Bildungseinrichtung am Römerberg, die zwar ein Verein ist, aber zum größten Teil von der evangelischen Kirche finanziert wird, zum weitgehenden Verzicht auf Präsenzveranstaltungen. Lesungen, Debatten und Kurse laufen aktuell nur online, aber dort laufen sie gut, wie der scheidende Akademiedirektor Thorsten Latzel berichten kann.

Die Evangelische Akademie Frankfurt

Gegründet wurde die erste Akademie 1946 in Echzell (Wetteraukreis). 1951 wurde sie als Evangelische Akademie in Hessen und Nassau ins Frankfurter Vereinsregister eingetragen. Deutschlandweit bekannt wurde der Verein 1954 nach seinem Umzug nach Schmitten-Arnoldshain im Hochtaunuskreis unter dem Namen Evangelische Akademie Arnoldshain.

Die zweite Akademie wurde 1970 in Frankfurt gegründet, die seit 2006 den prominenten Standort Römerberg 9 hat. 2012 fusionierten beide Bildungseinrichtungen zur Evangelischen Akademie Frankfurt, seit 2013 geleitet vom Pfarrer Thorsten Latzel, der im Frühjahr als Präses zur Rheinischen Landeskirche wechselt (vergleichbar mit einem Landesbischof).
In Thorsten Latzels Amtszeit als Akademieleiter wurde das Gebäude aufwendig saniert und repräsentativ umgebaut. Das Büro Meixner Schlüter Wendt erhielt dafür 2018 die Martin-Elsässer-Plakette für besonders gute Architektur.

Am 25. Juni dieses Jahres soll das 75-jährige Akademiebestehen mit einem Sommerempfang in Frankfurt gefeiert werden, sofern die Corona-Situation sich bis dahin entspannt hat.

Das ausführliche Programm der Akademie findet sich unter www.evangelische-akademie.de online. Auf dieser Internetseite und auf Youtube werden auch die meisten Vorträge, Diskussionen, Lesungen und Veranstaltungen live übertragen. Fast alle Angebote sind kostenlos. In der Mediathek finden sich unter www.youtube.com/c/ EvangelischeAkademieFrankfurt mehr als 200 Videos. Im Foyer des Hauses liegt aber auch noch ein gedrucktes Kurzprogramm zum Mitnehmen aus.

Der Zweck der Evangelischen Akademie ist laut ihrer Satzung „die
Förderung der Volks- und Berufsbildung sowie die Förderung der Religion“. In der Akademie solle eine offene und faire Gesprächskultur aus unterschiedlichen Perspektiven Platz finden und evangelischen Positionen in nationalen wie internationalen Debatten Gehör verschafft werden. Die Akademie versteht sich als weltoffenes Haus, das einen Beitrag zur Weiterentwicklung städtischer Kultur leisten soll. aph

„Natürlich fehlen die persönlichen intensiven Begegnungen, die die Akademie bietet. Aber wir verzeichnen grade eine deutlich überregionalere Reichweite und eine ganze Menge mehr Menschen, die unsere Angebote nicht nur live im Internet, sondern auch in den darauffolgenden Wochen anschauen“, sagt Latzel. Glücklicherweise war sein Haus bereits vor der Corona-Pandemie technisch gut ausgestattet und hat nun nochmals nachgerüstet.

Die Akademie kann in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen feiern, etwas ausgebremst durch die Pandemie. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr verlässt Latzel das Haus, das er acht Jahre lang leitete. Es sei eine außerordentlich schöne Tätigkeit gewesen, betont er. Doch seine neue Aufgabe dürfte noch spannender werden.

Der promovierte Pfarrer wird von diesem Frühjahr an Präses der rheinischen Landeskirche, der zweitgrößten Deutschlands, die vom Niederrhein bis zum Saarland reicht. Das Amt entspricht dem eines Bischofs oder Kirchenpräsidenten. Kommissarische Nachfolgerin wird für die kommenden Monate seine bisherige Stellvertreterin Hanna-Lena Neuser, Studienleiterin für Jugend und Europa. Die Stelle soll baldmöglichst wieder besetzt werden. Gesucht wird eine Theologin oder ein Theologe, Neuser ist keine. In den kommenden Monaten, in denen sie Chefin ist, soll hier unter anderem der Ökumenische Kirchentag in Frankfurt auf irgendeine Art miteinbezogen werden, das hängt aber noch von der Corona-Situation im Mai ab. Und auch für die Luminale 2022 laufen schon die Planungen.

Die Gäste auf den Podien der Akademie sind durchaus prominent, allein an diesem Montag sei Finanzminister Olaf Scholz (SPD) in einer Pause des Impfgipfels bei einer Diskussion zugeschaltet worden, berichtet Latzel stolz. Am Mittwoch diskutierte die frühere hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann über politische Satire, und am heutigen Donnerstag liest der Schriftsteller Martin Mosebach aus seinem neuen Roman „Krass“.

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