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Weihnachtsmarktbilanz

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Von: Stefan Behr

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Frankfurter Weihnachtsmarkt bei Nacht.
Frankfurter Weihnachtsmarkt bei Nacht. © Rolf Oeser

Knapp 2,2 Millionen Besucher / Hundekeksversorgung wird prekär

Aus, aus, der Weihnachtsmarkt ist vorbei. Gestern machten die Buden dicht, und jeder kann ab sofort seine ganz persönliche Weihnachtsmarktbilanz ziehen. Etwa die, dass mittlerweile zumindest gefühlt jeder zweite Stand Hundekekse verkauft. Warum dem so ist, ist rätselhaft, aber ein Problem ist das ohnehin nur bei exzessivem Glühweinmissbrauch und dem anschließenden unbeabsichtigten Verzehr von Leberwurstleckerlies. Nüchtern betrachtet fand sich auf dem Markt nämlich auch genug Naschwerk für Frauchen und Herrchen.

Das Hundekeksmysterium lässt die Tourismus+Congress GmbH Frankfurt (TCF) als Veranstalterin des Marktes in ihrer Bilanz unerwähnt. Hier steht der Mensch im Vordergrund, und der besuchte den Markt während seines 32-tägigen Bestehens knapp 2,2 Millionen Mal. Das ist weniger als im letzten Vorseuchenjahr 2019, als zweieinhalb Millionen Menschen den Markt besuchten, aber deutlich mehr als die eine Million im vergangegen Jahr - die freilich auch den nun weggefallenen Corona-Schutzmaßnahmen geschuldet war.

Laut TCF waren auch „die Schaustellerinnen und Schausteller zufrieden. Auch wenn in aktuell wirtschaftlich schwierigen Zeiten das Geld nicht ganz so locker säße wie in vorherigen Jahren, sei die Nachfrage nach weihnachtlichen Leckereien und Geschenkideen dennoch hoch gewesen.

Natürlich stellt sich in aktuell klimatisch schwierigen Zeiten automatisch die Frage der weihnachstmarktwirtschaftlichen Klimabilanz, aber auch hier verkündet TCF-Geschäftsführer Thomas Feda eine frohe Botschaft: „Unserem Anspruch, in diesem Jahr Energie zu sparen, ohne dass es beim Besuch sofort auffällt, konnten wir mit reduzierter Beleuchtung und Heizung gerecht werden.“ In der Tat: Ist nicht aufgefallen. Im Gegensatz zur Roßmarkt-Pyramide, über die sich Feda freut wie ein Schneepharao: Weil sich „der neue Bereich am Roßmarkt mit der 16 Meter hohen Weihnachtspyramide wunderbar etabliert“ und als „besondere Zusatzfläche mit urbanem Flair eine Entzerrung des Besucherandrangs“ verursacht habe. Das soll auch auf den kommenden Märkten so bleiben.

Apropos urbanes Flair: Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) erinnert an die Rolle des Weihnachtsmarktes für den Frankfurter Weltruf: „Unser Weihnachtsmarkt hat auch internationale Bedeutung. Viele Gäste reisen im Dezember aufgrund des Marktes in die Stadt“, glaubt Wüst. Kann natürlich auch an den Hundekeksen liegen. Aber internationale Bedeutung hat er allemal: Der TCF ist es ja tatsächlich gelungen, selbst der englischen Stadt Birmingham einen Frankfurter Weihnachstmarkt anzudrehen. Alles wie am Main, nur die Hundekekse heißen dort „dog biscuits“.

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