Der Weihnachtsmarkt in Frankfurt auf dem Römer lockt jedes Jahr zahlreiche Besucher.
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Der Weihnachtsmarkt in Frankfurt auf dem Römer lockt jedes Jahr zahlreiche Besucher. In den diesem Jahr fällt er wohl aus.

Kaum noch Chancen

Wegen Corona: Weihnachtsmarkt in Frankfurt steht vor dem Aus

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Die Römer-Koalition hält den Weihnachtsmarkt bei weiter wachsenden Corona-Infektionszahlen für nicht verantwortbar. Die ersten Stände sagen bereits ab.

  • Corona-Zahlen in Frankfurt steigen stetig.
  • Der jährliche Weihnachtsmarkt steht vor dem Aus.
  • Römer-Koalition denkt über Absage nach.

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt, das mit drei Millionen Besucher:innen größte Volksfest der Stadt, steht vor der Absage. Angesichts rasant steigender Corona-Fallzahlen in der Stadt wächst bei den Fraktionen der Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen die Überzeugung, dass das Markttreiben nicht verantwortbar ist.

„Wenn die Zahlen so weiter steigen, und das werden sie tun, kann der Weihnachtsmarkt nicht stattfinden“, sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Holger Tschierschke. Frankfurt liegt mit 143,7 Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen (Stand Donnerstag, 15.30 Uhr) deutlich über der kritischen Marke von 75, der höchsten Warnstufe der Landesregierung. Zudem kommen potenzielle Marktbesucher aus umliegenden Gemeinden, die ebenfalls kritische Werte melden, etwa der Hochtaunuskreis (83,9), Stadt Offenbach (126,3), Kreis Groß-Gerau (110,5), Wiesbaden (93), Main-Taunus-Kreis (84,6) und die Stadt Darmstadt (88,8).

Corona in Frankfurt: Weihnachtsmarkt steht vor dem Aus

Auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Römer, Sebastian Popp, forderte darum die Absage des Festes. „Eine solche Veranstaltung wäre jetzt das absolut falsche Signal für die Bevölkerung“, so Popp. Man könne nicht von Clubbetreibern und Gastronomen Opfer verlangen und die Menschen insgesamt zu höchster Vorsicht und Zurückhaltung auffordern und gleichzeitig ein solches Markttreiben organisieren.

Krankenhäuser und Seniorenanlagen fangen bereits an, sich abzuschotten. Das Klinikum in Höchst lässt keine Besucher mehr ein genau wie die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik. Selbst der Profisport muss dieser Tage Rückschläge hinnehmen, heißt, ohne Zuschauer auskommen. Das nächste Heimspiel der Frankfurter Eintracht am Samstag, 31. Oktober, gegen Werder Bremen ist damit ein Geisterspiel. Bei der Partie gegen Hoffenheim Anfang Oktober hatten immerhin 8000 Besucher im Stadion mitgefiebert.

Corona in Frankfurt: Etliche Standbetreiberinnen und -betreiber sagen schon ab

Bezüglich des Weihnachtsmarktes betonte der Geschäftsführer der städtischen Tourismus und Congress GmbH, Thomas Feda, er brauche innerhalb von wenigen Tagen „eine politische Entscheidung“. In der nächsten Woche müssten in der Frankfurter Innenstadt die Vorarbeiten für den Markt beginnen, der am 23. November öffnen sollte.

Nach Informationen der FR haben bereits etliche Standbetreiberinnen und -betreiber der Stadt mitgeteilt, dass sie nicht kommen werden. Fachleute verweisen darauf, dass Städte wie Leipzig, Duisburg und Ulm ihre Märkte bereits gestrichen haben.

Corona in Frankfurt: Entscheidung über Absage des Weihnachtsmarktes noch nicht gefallen

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ließ lediglich erklären, dass „eine Entscheidung noch nicht gefallen“ sei, so sein Sprecher Olaf Schiel. „Wir beobachten das infektiologische Geschehen aber sehr genau“, erklärte der OB-Sprecher.

Die Tourismus und Congress GmbH hatte ein Konzept ausgearbeitet, nach dem der Weihnachtsmarkt mit weniger Buden und breiten Gassen zwischen den Ständen stattfinden sollte. Eine entsprechende Vorlage des Magistrats ist im Geschäftsgang des Rathauses.

Corona in Frankfurt: Stadt hebt Teil der Allgemeinverfügung auf

Unterdessen hat die Stadt Frankfurt einen Teil der Allgemeinverfügung aufgehoben. Eine Privatperson hatte dagegen einen Eilantrag gestellt und vom Verwaltungsgericht recht bekommen. Der Mann hält für rechtswidrig, dass er keine drei Personen aus drei unterschiedlichen Haushalten einladen dürfe. Die zuständige 5. Kammer gab ihm recht. Die Bestimmung sei „in sich nicht schlüssig“ und nicht nachvollziehbar, da sie nur „feiern“ erfasse, nicht aber andere Zusammenkünfte. Das Verwaltungsgericht betonte, die aufschiebende Wirkung gelte nur für den Antragsteller. Womöglich würden dadurch weitere Eilanträge provoziert, räumte eine Sprecherin des Gerichts ein.

Dem kam die Stadt nun zuvor, indem sie die strittige Passage der Allgemeinverfügung außer Kraft setzte. Der Rest der Verfügung gilt weiterhin. mit sky/ote

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