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Weihnachtsbaum Manni auf dem Frankfurter Römerberg angekommen

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Von: Sandra Busch

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Die Seite, auf der Manni transportiert wurde, ist noch etwas platt – aber alle Äste sind dran.
Die Seite, auf der Manni transportiert wurde, ist noch etwas platt – aber alle Äste sind dran. renate hoyer (3) © Renate Hoyer

Weihnachtsbaum Manni ist da – und nicht nur hat sein Name etwas mit Frieden zu tun, er verbreitet ihn auch: Es gibt keine Nörgeleien und kein Gemecker auf dem Römerberg.

Mit Manni braucht man Geduld. Dienstagvormittag, zehn Uhr auf dem Römerberg – von Weihnachtsbaum dieses Namens ist noch nichts zu sehen. Aus dem Spessart wird er am Morgen nach Frankfurt transportiert, aber die Ankunft verzögert sich. „Er muss durch die ganzen hessischen Dörfer langsam fahren“, sagt Thomas Feda, Chef der Tourismus- und Congress-GmbH (TCF). „Da ist es nicht einfach hindurchzunavigieren.“

Und so müssen die Frankfurter:innen warten, die gekommen sind, um zu verfolgen, wie der Baum aufgestellt wird. Etwas angespannt ist Feda schon, denn dass der Weihnachtsbaum heil in Frankfurt ankommt, ist nicht selbstverständlich. Da werden schon mal Spitzen verloren oder durch das Binden für den Transport Äste gebrochen. „Aber bei Manni mussten wir vorher keine Äste abschneiden“, sagt Feda. „Das ist ein gutes Zeichen, dass er in voller Montur ankommt.“

Die Hoffnung ist groß, dass sich dieses Mal keine Baumdramen ereignen. So wie bei Bertl vor zwei Jahren, als beim Hochziehen ein gebrochener Ast nach dem anderen herausfiel. Bertl sah ziemlich zerrupft aus, als er schließlich stand.

Bei Manni könnte das anders sein. Auf drei Tonnen wurde sein Gewicht geschätzt, als er noch im Wald stand. Tatsächlich brachte er dann 6,4 Tonnen auf die Waage. „Er ist voll Wasser, weil er an einem Bach gestanden hat“, sagt Feda. Die Äste brächen daher weniger schnell. Gefällt werden musste der 70-jährige Manni trotzdem, weil ihn sonst vielleicht doch der nächste Sturm umgehauen hätte.

Manni lässt am Römer weiter auf sich warten. Immerhin bei strahlendem Sonnenschein und unweihnachtlichen Temperaturen. Um 10.58 Uhr heißt es: Manni fährt unter der A661 durch. Die TCF weiß immer, wo ihr Weihnachtsbaum gerade ist. Denn Manni ist ein moderner Baum und gibt seinen Livestandort durch. Um 11.09 Uhr ist er an der EZB. Und um 11.18 Uhr schließlich an der Alten Brücke. Nun nur noch vom Mainkai hoch zum Römerberg, langsam um die Laternen auf dem Weg herumkurven, und dann ist Manni um 11.33 Uhr angekommen. Immer noch liegend natürlich. Und eineinhalb Stunden zu spät.

Feda heißt Manni willkommen in Frankfurt. Manni, das kommt von Manfred. „Und das ist aus dem Althochdeutschen und heißt Mann des Friedens“, erklärt der Tourismuschef. Manni sei also auch ein Symbol der Hoffnung, „gibt Zuversicht in schweren Zeiten“. Mit 25 Meter Höhe ist er nicht so groß wie sonst die Frankfurter Weihnachtsbäume. „Es ist auch ein Zeichen der Bescheidenheit, dass er kleiner ist“, sagt Feda. Nun passen weniger LED-Lichter an die Fichte, das spart Energie. Auch wird sie weniger lang beleuchtet am Tag. „Dadurch sparen wir beim Baum bis zu 40 Prozent Energie ein“, sagt Feda. Und am Ende seines Weihnachtsbaumlebens wird Manni diesmal nicht etwa zu einer Bank oder Ähnlichem verarbeitet. Manni wird Brennholz.

Lichter und Markt

Bis zum 6. Januar wird Weihnachtsbaum Manni auf dem Römerberg stehen. Bis zum Beginn des Weihnachtsmarktes wird er noch geschmückt, rund 4000 LED-Leuchten erhalten. Das sind weniger Lichter als in den vorherigen Jahren. Auch werden wegen der Energiekrise die Baumlichter nicht zwölf Stunden am Tag leuchten, sondern nur von Einbruch der Dunkelheit bis zum Ende des Weihnachtsmarktes.

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt wird am Montag, 21. November, eröffnet. Er geht bis Donnerstag, 22. Dezember. Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 10 bis 21 Uhr, Sonntag von 11 bis 21 Uhr. sabu

Noch steht er aber gar nicht auf dem Römerberg. Um 11.46 Uhr beginnt die Feuerwehr, die Bänder um Manni zu lösen, die Äste können sich ausbreiten. „Jetzt ist es entscheidend“, sagt Feda. „Wenn es jetzt knackt, haben wir ein Problem.“ Er horcht. „Es knackt nichts.“

Zahlreiche Bänder löst die Feuerwehr. Weihnachtsbaumverkäufer Matthias Krug, der einen Baum im Spessart gesucht und Manni gefunden hat, ist zufrieden. Und Baumkosmetiker Jörg Renneisen gibt als Zwischenstand: „Bisher läuft es gut.“ Auch als die Feuerwehr Manni um 12.44 Uhr in die Höhe zieht, klappt alles reibungslos. Erst hängt er waagerecht in der Luft, dann wird er in die Senkrechte gezogen. Kein Ast fällt. Alles bleibt dran.

Nun muss gegen 13 Uhr der Baum noch in den Weihnachtsbaumständer bugsiert werden. In das im Römerberg eingelassene Loch. Eine Seite von Manni ist noch etwas platt gedrückt. Auf der hat er gelegen. „Wenn sich das noch alles aushängt, ist er wunderschön“, sagt Feda. Auch die richtige Position ist schnell gefunden. Die allerschönste Seite wird natürlich zum Römerberg gedreht. Feda ist zufrieden. „Manni ist voll, dicht, breit, kräftig.“

Und die Zuschauer:innen? Die traditionelle Nörgelei? Gabi Zeininger, die seit mehr als 20 Jahren beim Aufstellen dabei ist, schwärmt von Manni: „Es gab schon Bäume, die eine Katastrophe waren. Dieser ist super.“ Gegen den könne man nichts sagen.

Auch Norbert Schmidt und Gerhard Bauer, die sich seit zehn Jahren das Aufstellen anschauen, können nicht meckern. „Es ist der schönste Baum der vergangenen zehn Jahre“, sagt Bauer. Und so sieht es mit Manni ganz nach Baumfrieden in diesem Jahr in Frankfurt aus.

Die Schnüre, mit denen der Baum für den Transport zusammengebunden war, werden entfernt.
Die Schnüre, mit denen der Baum für den Transport zusammengebunden war, werden entfernt. © Renate Hoyer
Um 11.33 Uhr trifft Manni, der Weihnachtsbaum, am Dienstag auf dem Römerberg ein.
Um 11.33 Uhr trifft Manni, der Weihnachtsbaum, am Dienstag auf dem Römerberg ein. © Renate Hoyer

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