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Weihnachtsbaum am Römer: Lasst den Baum leben!

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Von: Thomas Stillbauer

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Auf den Weihnachtsbaum in Frankfurt kann man getrost verzichten. Denn wenn jeder Baum im Kampf gegen das Klimadesaster zählt, dann zählt auch dieser.

Welch ein Tag, um einen riesigen sterbenden Baum mitten in der Stadt aufzustellen. Vor zwei Wochen war Gretel noch stolze Heldin des Waldes. Ihr Pech, das hat sie zur Kandidatin für den Frankfurter Weihnachtsmarkt gemacht.

Es ist der Tag, an dem der Waldzustandsbericht dem hessischen Forst und dem Stadtwald weiterhin riesige Probleme wegen des Klimawandels bescheinigt. Immer noch sind so gut wie alle Bäume geschädigt. Es ist ein Tag, an dem in Glasgow weiterhin die Weltgemeinschaft diskutiert, wie sie ebendiesen Klimawandel wenigstens mildern kann. Zäh laufen die Verhandlungen, zu zäh, um Hoffnung auf echte Schritte gegen die Klimakrise zu machen. Aber fest steht: Der Wald ist der Schlüssel, wenn wir es schaffen wollen.

Natürlich lieben viele den Christbaum als Symbol der Weihnacht. Uns knotterigen Frankfurterinnen und Frankfurtern fehlt etwas, wenn wir nicht beim allerersten Blick auf den Baum losmeckern könnten: „Gottachgottachgott! Schepp!“ Unpopulär, ihn infrage zu stellen. Genauso unpopulär wie alle anderen Schritte, die wir dringend brauchen: Strom und Wasser sparen, höhere Spritpreise, Tempolimit. Es klappt nicht ohne Einschnitte, die wehtun. Und ja, es geht auch um Symbole. Wenn jeder Baum im Kampf gegen das Klimadesaster zählt, dann zählt auch dieser Baum. Wenn jedes Kilo CO2 in der Luft zählt, dann zählt auch das CO2 für den Transport dieses Baums.

Insofern: Nein, der abgeholzte Weihnachtsbaum ist nicht mehr zeitgemäß. Warum hängen wir die Lichterkette nicht einfach an die Römerfassade? Der Glühwein schmeckt doch trotzdem.

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