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Weihnachtsbaum am Römer: Ein Baum zum Staunen

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Von: George Grodensky

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Die festliche geschmückte Fichte vor dem Römer bringt das Weihnachtswunder ins Herz der Stadt. Darauf zu verzichten, bremst den Klimawandel auch nicht aus.

Natürlich braucht es im Herzen der Stadt einen Weihnachtsbaum. Nicht alle Traditionen sind überflüssig, nur weil sie alt sind. Den Weihnachtsbaum auf dem Altar des Klimaschutzes zu opfern, wäre reine Symbolpolitik. Der ökologische Nutzen hält sich in Grenzen. Es geht um eine Fichte, nicht ein Wäldchen. An ihre Stelle walzt sich keine Autobahn, sie macht Platz für einen neuen Baum, womöglich einen Laubbaum mit höherem ökologischen Nutzen.

Fichte Gretel hat eine neue Aufgabe, als festlich erleuchteter Blickfang schmückt sie das Städtchen, bereitet auf das große Fest vor, mahnt uns, wenn wir voll bepackt mit Einkäufen vorbeieilen, dass es bei Weihnachten nicht nur um Konsum geht, sondern auch um Natur, Familie, Gemeinschaft. Menschen brauchen solche Symbole, Geschichten, Traditionen, an denen wir uns festhalten können. Das nennt man Kultur. Früher haben Christen unterm Tannenbaum der Vertreibung aus dem Paradies gedacht. Für die Mysterienspiele am 24. Dezember – im Heiligenkalender der Tag von Adam und Eva – brauchte es immergrüne Gewächse als Paradiesbaum. Als der 24. dann zum heiligen Abend vor Weihnachten wurde, wandelte sich der Paradies- zum Christbaum. Nun stehen wir davor, manche andächtig, manche staunend, andere spöttisch. Für sie ist es eine Krüppelkiefer. Egal, ob Tanne, Fichte oder Lärche. Womöglich sind sie nicht so internetaffin und brauchen einen analogen Ort für Hohn und Spott. Es sei ihnen gegönnt. Die Krüppelkiefer auf dem Römerberg ist ja tatsächlich immer ein Baum, der sowieso gefällt worden wäre.

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