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Auch der Sachsenhäuser Jagdklub war beim Fest präsent. 

Sachsenhausen

Weihnachtsfest des Stadtwaldhauses: Auftakt unter Bäumen in Sachsenhausen

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2500 Anwesender bedeuten einen Besucherrekord beim Fest im und am Stadtwaldhaus.

Am Samstagnachmittag sind die Straßen im Frankfurter Stadtwald rund um die Isenburger Schneise mit Autos vollgeparkt. Doch nicht alle wollen zur Eintracht ins Waldstadion – viele Familien und Naturinteressierte laufen direkt in den Wald hinein, wo beim jährlichen Weihnachtsfest des Stadtwaldhauses der Besucherrekord geknackt wird, Kinder stolz die aus Holz gebastelten Nikoläuse herumtragen, auf Bäume klettern und viel über den Wald und seine Tiere lernen.

Seit über zehn Jahren läutet das Stadtwaldhaus die Weihnachtszeit mit diesem Fest ein, es gibt Essen und Trinken, einen kleinen Basar, weihnachtliche Basteleien, Spiele, Führungen, Infostände und Aktionen zur Arbeit im und am Wald. In der kleinen Tierpflegestation kann man den Fütterungen zusehen oder einfach Wildschweine, Singvögel und Hühner beobachten, außerdem werden in einer Kettensägen-Liveshow weihnachtliche Holzkunstobjekte hergestellt.

Das Stadtwaldhaus selbst beeindruckt durch seine besondere Architektur: 1995 eröffnet, bietet das forstlich-ökologische Informationszentrum zwei begrünte Dachflächen, viele helle Glasfenster und eine große Eiche in der Mitte.

Im Haus arbeiten hauptsächlich Ehrenamtliche und ehemalige oder jetzige Absolventinnen eines Freiwilligen Ökologischen Jahres – so auch Hannah Siebert, die als Engel verkleidet, gemeinsam mit einem Nikolaus Geschenke verteilt. Die 18-Jährige ist froh, die Kinder glücklich zu machen.

Auch der Leiter des Stadtwaldhauses, Rainer Berg, ist sichtlich zufrieden mit dem Fest, das dieses Jahr mit etwa 2500 Anwesenden einen absoluten Besucherrekord erzielte. Viele Familien kämen beim Weihnachtsmarkt zum ersten Mal ins Stadtwaldhaus und dann immer wieder.

Einer dieser „Wiederholungstäter“, wie es Berg nennt, ist der siebenjährige Hendrik mit Bruder und Eltern. Für die Familie aus Frankfurt sei das Fest schon ein „traditioneller Auftakt zur Weihnachtssaison“. Dieses Jahr sei wieder ein besonderes Programm gewesen – Hendrik ist draußen auf den hohen Baum geklettert, „schnurstracks hoch“, wo er sich eine Belohnung im Schokokasten ergatterte. Außerdem habe er der Märchenstunde gelauscht und den Wildschweinen zugeguckt. Später trifft man ihn in dem kleinen dunklen Rundgang zur Erforschung der Nachttiere.

Der dreijährige Milo und seine Mutter Sophie van Gere dagegen waren das erste Mal beim Fest, kommen aber bestimmt wieder. Die beiden hätten viel gelernt und loben das „wunderschöne Ambiente im Wald“. Spannend mutet auch die Kombination von Jagd- und Wildfleischprodukten direkt neben der Tierpflege an. Zwischen Fellen, Wildschinken und Geweihen, die es zu kaufen gibt, informiert der Verein Wildtierfreunde über seine Arbeit als Auffang- und Pflegestation. Momentan beherberge der Verein in Maintal-Dörnigheim 250 bis 300 Tiere – und auch ein Wildschwein, das heute in der Fasanerie herumtobt, sei von ihnen gerettet worden.

Mit einbrechender Dunkelheit spielt eine Jagdhorn-Gruppe mit traditionellen Hüten Blasmusik, das Publikum klatscht und lauscht interessiert der Geschichte des ungewöhnlichen Instruments. Der Sprecher der Jagdhörner gibt nach dem Konzert zu verstehen, dass dringend Nachwuchs gesucht werde: „Man muss kein Jäger sein, nur neugierig – das Jagdhornblasen macht viel Spaß!“

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