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Bei der Weihnachts-Futterausgabe bei der Tiertafel bekommen 350 Tierhalter Futter fürs Fest. Grade werden Spenden angeliefert. 

Futter und Medikamente

Weihnachten bei der Frankfurter Tiertafel

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Ein Frankfurter Verein unterstützt bedürftige Tierhalter und ihre Vierbeiner.

Tierarztbesuche, Medikamente, Impfungen, spezielles Futter – vor allem, wenn Tiere krank werden, ist Haustierhaltung teuer. Und Menschen mit Sozialhilfe oder ohne Wohnsitz, Menschen mit wenig Rente oder geringem Einkommen können diese Kosten oft nur schwer stemmen. Damit sie ihre Tiere trotzdem nicht weggeben müssen, verteilt die Frankfurter „TierTafel“ einmal im Monat Futter für die Haustiere und Medikamente für kranke Tiere.

Am Samstag vor Weihnachten findet die letzte Ausgabe in diesem Jahr statt, die Schlange vor dem Gebäude ist lang. Uschi Pinsker, Gründungsmitglied und stellvertretende Vorsitzende des Vereins, betont, dass es der Tafel vor allem um das Wohl der Tiere gehe, die schon lange in den jeweiligen Haushalten lebten. Deswegen unterstütze der Verein auch keine Neuanschaffungen von Tieren. Bei der Anmeldung muss sowohl die Bedürftigkeit nachgewiesen werden als auch eventuelle chronische Krankheiten der Tiere, dann wird eine Karteikarte angelegt. Und bei der Ausgabe, die etwa alle vier Wochen stattfindet, werden die mitgebrachten Taschen, Koffer oder Einkaufskörbe mit allem Notwendigen aufgefüllt – je nach Bedarf und Größe der Tiere.

Der Andrang sei immer sehr hoch, Pinsker kennt die meisten Tiere und Menschen inzwischen persönlich, auch deren jeweilige Geschichten. Denn der Verein untersucht auch mindestens einmal im Jahr den Zustand der Tiere und macht Hausbesuche.

Fast alle Ehrenamtlichen hätten einen sehr engen Bezug zu Tieren, sagt Pinsker. Sie selbst hat zwei Katzen, genau wie Christina Hehn-Reis, die hinter dem Vorhang im Lager die Taschen füllt. Die 53-Jährige und ihr Mann helfen so oft wie möglich, sie kommen extra aus Alzenau bei Aschaffenburg. Die Arbeit mache viel Spaß, vor allem aufgrund der Gemeinsamkeit aller Anwesenden, der Tierliebe. „Und es erdet auch, das hier immer wieder zu sehen“, sagt Hehn-Reis. Zusätzlich zur Futter- und Medikamentenausgabe organisiert der Verein auch Patenschaften für Tiere, die etwa wegen eines Krankenhausaufenthalts abgegeben werden müssen.

Angelika März ist erst zum zweiten Mal bei der Tiertafel. Die 63-Jährige hat den Aushang bei ihrer Tierärztin gesehen und sich angemeldet. Ihr 13-jähriger Cocker Spaniel Calypso, den sie vom Tierschutz hat, ist herzkrank und hört schlecht. „Die Tiertafel ist eine ganz tolle Sache. Man denkt gar nicht, wie teuer so ein krankes Tier ist“, sagt März. Zusätzlich zum Futter für einen Monat habe sie auch die notwendigen Medikamente für Calypso bekommen, sowie eine Notrufempfehlung, falls etwas passiert.

Hinter ihr in der Schlange wartet Arna S., die von ihrer jungen Cane-Corso-Hündin Diva begleitet wird. Die 46-Jährige ist aufgrund einer Krankheit Frührentnerin, das Geld ist sehr knapp: „Die Versorgung durch die Tiertafel entlastet mich wirklich. Was ich so sparen kann, kann ich zu Hause für mein Kind ausgeben, gerade jetzt vor Weihnachten.“

„Diese Menschen würden für ihre Tiere den letzten Cent ausgeben und selbst hungern“, sagt Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld, die der Tiertafel eine Weihnachtsspende in Höhe von 1000 Euro überreichte.

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