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Hans-Joachim Grochocki leitet die Geschäftsstelle Wahlen bei der Stadt Frankfur.

Interview

Wehmut nach Wahlschluss

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Letzte Abstimmung nach 40 Jahren für Hans-J. Grochocki.

Herr Grochocki, Sie gehen mit Ihrem Team vom städtischen Wahlamt in den Endspurt zur Europawahl. Das Interesse an der Briefwahl ist in Frankfurt so hoch wie noch nie zuvor.
Das ist richtig. Wir haben jetzt schon 76 975 Personen, die Unterlagen zur Briefwahl angefordert haben. Das ist eine große Steigerung im Vergleich zur Europawahl 2014. Damals hatten insgesamt nur 48 926 Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme per Briefwahl abgegeben.

Kann man aus diesem Zuspruch herauslesen, dass das Interesse der Menschen an der Europawahl insgesamt höher ist als beim letzten Mal?
Nein, das lässt sich so nicht sagen. Wie hoch die Beteiligung dann tatsächlich ist, muss erst der Wahltag zeigen.

Aber die Menschen wollen mehr als bisher vom Wahltag unabhängig sein, wollen selbst bestimmen, wann sie ihre Stimme abgeben.
Das scheint so zu sein. Es kann dabei sicherlich auch eine Rolle spielen, dass es in der Woche nach der Europawahl einen Feiertag gibt, nämlich Christi Himmelfahrt. Das heißt, die Leute wollen vielleicht in Urlaub fahren.

Sie brauchen 4000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, um die Europawahl in Frankfurt zu organisieren. Haben Sie die zusammen?
Ja, die haben wir zusammen. Es ist wie immer eine Mischung aus freiwilligen Helfern und Menschen aus der Stadtverwaltung, die von der Stadt aufgefordert worden waren, sich zu melden. Es gibt für dieses Engagement ja zumindest eine kleine Aufwandsentschädigung, sie beträgt 50 Euro für Vorsteherinnen und Vorsteher von Wahllokalen und 45 Euro für die Beisitzer.

Seit Anfang der 80er Jahre haben Sie nun Wahlen in der Stadt Frankfurt organisiert. Ist es richtig, dass die Europawahl die letzte sein wird, für die Sie verantwortlich sind?
Ja, das ist richtig. Die 40 Jahre sind nun bald rum, Ende des Jahres gehe ich in Ruhestand.

Empfinden Sie da eine gewisse Wehmut?
Ich muss mich erst einmal darauf konzentrieren, dass ich die Wahl gut über die Bühne bringe. Alles andere überlege ich mir danach.

Interview: Claus-Jürgen Göpfert

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