Briten in Frankfurt

Wegen Brexit: Aufenhaltsgenehmigung wird nötig

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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2300 Briten leben in Frankfurt. Sie müssten sich jetzt eigentlich bei der Ausländerbehörde melden. Doch die Wenigsten tun das.

In diesen Tagen schaut Jörg Bannach noch genauer als sonst hin, wenn im Fernsehen die Nachrichten laufen – vor allem, wenn es um den Brexit geht. Denn der Leiter des Frankfurter Ordnungsamts, dem auch die Ausländerbehörde untersteht, macht sich Sorgen: Mehr als 2300 Briten leben in Frankfurt. 2300 Menschen, die sich mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU nicht mehr ohne weitere Papiere in Deutschland aufhalten dürfen. Deshalb müssten sie sich eigentlich so bald wie möglich bei der Ausländerbehörde melden; die Stadt Frankfurt hat sie dazu auch schon mehrfach aufgefordert. Reagiert haben allerdings erst wenige Briten, wie Bannach berichtet.

Vieles spricht derzeit dafür, dass Großbritannien die EU am 31. März verlässt. Die Staatsbürger in Deutschland brauchen dann vom 1. April an eine Aufenthaltsgenehmigung. Voraussichtlich wird es eine Übergangsfrist von drei Monaten geben. Klingt lange, würde aber für die Behörde nicht ausreichen, um mehr als 2000 Anträge zu bearbeiten. Die Behörde hat bereits eine erste Einschätzung getroffen: Rund 1200 der in Frankfurt lebenden Briten könnten mit einer unbefristeten Aufenthaltsgenehmigung rechnen, die übrigen 1100 dürften eine befristete Erlaubnis bekommen. Alle Betroffenen wurden angeschrieben – in Englisch und Deutsch – und haben Antragsformulare zugeschickt bekommen. Dass der Rücklauf sehr überschaubar ist, könne mit den vielen Irrungen und Wirrungen rund um den Brexit zu tun haben, sagt Bannach. Klar sei aber: Wer sich erst nach erfolgtem EU-Austritt Großbritanniens melde, könne nicht damit rechnen, sofort den Aufenthaltstitel zu bekommen. 

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