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Umwelt

Frankfurter Verkehrsgesellschaft bestellt Wasserstoffbusse

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Der Klimawandel beherrscht die letzte Sitzung des Stadtparlaments vor den Sommerferien.

Draußen auf dem Römerberg klettert die Temperatur wieder auf 33 Grad Celsius. Drinnen im Rathaus, bei der letzten Sitzung des Stadtparlaments vor den Sommerferien, lässt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) Fächer an die 93 Stadtverordneten verteilen. Der Klimawandel und die Lage der Umwelt in der Stadt geraten zum beherrschenden Thema.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) berichtet in der Fragestunde ausführlich, wie seine Fachleute dem Klimawandel begegnen. Zwölf wasserstoffbetriebene Busse sind bestellt, die Elektrifizierung der übrigen Fahrzeuge der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) ist im Gange.

Höhere Parkgebühren in der Innenstadt

Um den Autofahrern das Parken in der Innenstadt zu verleiden, wird die Parkgebühr von drei Euro auf vier Euro pro Stunde heraufgesetzt. 22 neue U-Bahn-Wagen und 45 neue Straßenbahnen sind bestellt, um den öffentlichen Nahverkehr zu stärken. Sie werden „ab Mitte 2020 ausgeliefert“, wie Oesterling sagt.

Die Belastung der Luft mit dem giftigen Stickstoffdioxid (NO2) ist an der ältesten Messstelle der Stadt an der vielbefahrenen Friedberger Landstraße in den zurückliegenden drei Jahrzehnten gesunken. Lag sie vor 30 Jahren noch bei 77 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, betrug sie 2018 laut Oesterling lediglich noch 46 Mikrogramm.

Im ersten Halbjahr 2019 ging der Wert an der Messstelle nach seinen Worten um weitere 3,8 Milligramm zurück. Der Verkehrsdezernent erhofft sich eine generelle Reduzierung von NO2 in der Stadt auch durch den angekündigten Ausbau des Radwegenetzes.

Straßenverkehr ist die stärkste Belastung

Umweltdezernentin Heilig macht deutlich, dass der Straßenverkehr beim NO2 „mit Abstand die größte Belastung“ in Frankfurt darstellt. Ein Viertel der NO2-Emissionen in der Stadt verursache der Flugverkehr bis zu einer Höhe von 300 Metern, wie die Dezernentin sagt. Weitere große NO2-Verursacher seien die Gebäudeheizungen und die Industrie.

Der SPD-Stadtverordnete Roger Podstatny hatte gefragt, inwieweit der Luftverkehr dafür verantwortlich sei, dass die gesetzlichen Stickstoffdioxidgrenzwerte in Frankfurt nicht eingehalten werden. Er wollte wissen, ob über Flugverbote nachgedacht werden sollte.

Flugverkehr spielt nur untergeordnete Rolle

Heilig sieht „keinen wesentlichen Beitrag“ des Flugverkehrs bei der Überschreitung der Grenzwerte. Flugverbote seien deshalb „kein Mittel“. So verursache etwa der Flugverkehr an der Messstelle Höhenstraße eine zusätzliche NO2-Belastung von 1,8 Prozent, an der Messstelle Alte Falterstraße von 7,7 Prozent.

Die Umweltdezernentin spricht allerdings von einer „erheblichen Belastung“ in Frankfurt durch den Fluglärm. Sie fordert deshalb ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr.

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