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Beim ESV Blau-Gelb konnten Anfänger erste Paddelerfahrungen auf dem Wasser machen.

Niederrad

Erste Paddelschläge auf der Wasserstraße

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Beim Schnupperkurs der Kanuabteilung des Eisenbahnersportvereins Blau-Gold gibt es einiges zu erleben. Ab Herbst benötigt der Club ein neues Domizil für die Kanuten.

Es ist eine schaukelige Angelegenheit. Trotzdem: Die ersten Paddelschläge auf dem Main absolviert Jutta Lasar ohne größere Probleme. Sanft sticht sie mit ihrem Paddel durch das dunkelgrüne Wasser und gleitet dahin. Kleinere Kollisionen mit anderen Kajaks – ohne weitere Folgen – inklusive. Denn Lasar ist nicht die Einzige, die am Samstagnachmittag in eines der bunten Kunststoffboote am Niederräder Mainufer klettert. 13 weitere Kinder und Erwachsene sind ebenfalls zum Schnupperkurs der Abteilung Kanu des Eisenbahnersportvereins (ESV) Blau-Gold in die engen Boote gestiegen.

Fast ebenso viele, erfahrene Mitglieder begleiten die Kursteilnehmer beim gleichzeitigen Saisonstart des Vereins. „Wir wollen den Spaß an dem Sport weitergeben, Gelegenheit zum Ausprobieren bieten und natürlich auch neue Mitglieder werben“, sagt Alia Kruska, die mit ihrer Familie seit sieben Jahren Mitglied in der ESV-Kanuabteilung ist. Rund 60 Mitglieder habe ihre Abteilung, berichtet die 48-Jährige. Über Nachwuchs würden sie sich freuen. „Kajaken ist ein naturverbundener Sport, der Rücken- und Armmuskulatur stärkt“, sagt Anke Kienle, Kassenwartin des Vereins. Die Sportler lernten dabei, sich in der Natur zu bewegen und diese zu schützen.

Jutta Lasar scheint schon überzeugt zu sein. „Die Perspektive auf dem Wasser ist eine ganz andere als an Land“, sagt sie in begeistertem Tonfall, während sie in einem hellroten Kajak im Wasser balanciert. Sonst sehe sie den Main nur von oben. Nun sei sie auf „Blickhöhe mit der Uferbebauung“. Die 58-Jährige sagt: „Ich mag Wasser so gerne“. In Kontakt mit dem Element zu kommen, sich nasse Hände zu holen, das gefalle ihr.

Trainer Michael Kienle spricht in seiner ausführlichen Einleitung mit Sicherheitshinweisen von einer „kalten Brühe“. Er schätzt die Wassertemperatur an diesem Tag auf etwa acht- bis zwölf Grad.

„Wenn einer von euch schwimmen geht, kommen wir zu euch, ihr greift hinten oder vorne an unser Boot und wir ziehen euch raus.“ Der Main sei eine „Bundeswasserstraße“, sagt Kienle: „Alle, die größer sind als wir, haben Vorfahrt. Und das sind im Prinzip alle.“ Ein Ausflugsdampfer, ein Hotelschiff, zwei Motorsportboote fahren unterdessen vorbei und schlagen Wellen. Dahinter ein kleines Boot der Wasserschutzpolizei. Alia Kruska berichtet, dass sie die Beamten zuvor angerufen und gebeten habe, insbesondere an diesem Tag darauf zu achten, dass nicht zu schnell gefahren werde.

Der elfjährige David sitzt zum ersten Mal in einem Kajak. „Wackelig“, kommentiert er die ersten Meter in dem schmalen Boot auf dem Main. Nur sein Oberkörper ist zu sehen. Seine Beine sind unter der Kunststoffhülle des Bootes geklemmt. „Mit meinen Knien kann ich so lenken“, sagt David, der durch seinen Freund Till von dem Schnupperkurs erfahren hat. Der Elfjährige sagt: „Es ist einfach angenehm bei Sonne auf dem Wasser zu sein“. Das sind die Kanuten des ESV, die ab Herbst ein neues Domizil suchen, nicht nur auf dem Main, sondern auch auf Wildwasser-Bächen sowie bei gemächlicheren Touren auf der fränkischen Saale und der Lahn.

Wer den Sport auch mal ausprobieren möchte, kann sich bei den Mitgliedern der ESV-Kanuabteilung melden. Kontakt und Informationen gibt es im Internet unter www.esv-ffm-kanu.de.

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