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Vor allem im Sommer ist auf dem Matthias-Beltz-Platz viel los.
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Vor allem im Sommer ist auf dem Matthias-Beltz-Platz viel los.

Frankfurt-Nordend

Wasserhäuschen ohne Ausschank

  • Miriam Keilbach
    VonMiriam Keilbach
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Das Gudes, Frankfurts Wasserhäuschen des Jahres, darf keine offenen Flaschen verkaufen. Den Betreibern fehlt eine Ausschank-Lizenz. Doch die zu erhalten, ist nicht einfach.

Bier darf das Wasserhäuschen „Gudes“ am Matthias-Beltz-Platz verkaufen, öffnen allerdings nicht. Und am Tresen trinken ist auch verboten. Aber: Kauft jemand seine verschlossene Bierflasche dort, öffnet sie selbst und trinkt das Bier nebenan, ist das erlaubt. Zumindest so lange derjenige nicht mit Freunden da ist und noch ein paar Mal Bier nachbestellt.

Wie viele Menschen nun genau wo mit ihrem vom Gudes gekauften und danach geöffneten Bier sitzen dürfen und wie oft man Bier nachkaufen darf, das kann das Ordnungsamt Frankfurt aber nicht sagen. „Den Einwirkungsbereich zu definieren, ist schwierig“, sagt Sprecher Ralph Rohr. Die beiden Betreiber des Wasserhäuschens würden nun aber viel richtig machen. Denn: Sie informieren auf einem Infozettel, der am Tresen hängt, dass bei ihnen kein Alkohol mehr konsumiert werden darf.

Angefangen hat die Diskussion vor drei Monaten. Eine Anwohnerin beschwerte sich über Lärm. Als das Ordnungsamt anrückte, stellte es fest, dass das Gudes unrechtmäßig Bier verkauft. „Wir bieten weder Hugos noch Cocktails an, deshalb haben wir keine Ausschank-Lizenz beantragt“, sagt Gudes-Betreiber Felix Wegener. Dass er damit keine geöffneten Bierflaschen verkaufen darf, war ihm nicht klar. „Es ist lächerlich, dann fragen die Kunden einen anderen Besucher nach einem Feuerzeug und öffnen sich die Flaschen selbst“, so Wegener.

Wegener und sein Geschäftspartner Florian Abel wollen die fehlende Lizenz beantragen, dafür brauchen sie aber allerlei Unterlagen, vom Führungszeugnis bis zum Steuerbescheid. Seit zwei Monaten warten sie auf das Finanzamt. „Das mahnt zur Geduld“, sagt Wegener, „aber die anderen Dokumente sind nur drei Monate gültig, dann müssen wir von vorne anfangen“.

Schon jetzt seien deutlich Umsatzeinbußen spürbar, erklärt Wegener. So ist die Terrasse – in den vorherigen Wintern mit Heizstrahlern ausgestattet – geschlossen. „Das merkt man krass“, sagt der Wasserhäuscheninhaber. Dass die Stadt so strikt durchgreift, kann Wegener nicht verstehen: „Da wird der Platz für viel Geld saniert, und die Leute kommen und lassen sich darauf ein, und dann diese Schikane.“

Immerhin der Ortsbeirat 3 sympathisierte mit dem Gudes, als eine Anwohnerin das Thema auf der jüngsten Sitzung des Gremiums ansprach – ohne allerdings eine Resolution oder ähnliches zu verabschieden. Dennoch: „Das gibt Kraft und es ist schön zu sehen, dass unser Engagement gewürdigt wird“, sagt Wegener. Ist die gewünschte Lizenz da, kündigt er schon einmal eine große Party an: „Das werden wir dann jedes Jahr feiern.“

Der Weihnachtsmarkt am Gudes auf dem Matthias-Beltz-Platz beginnt heute um 14 Uhr mit Kreativ- und Essensständen. Ab 16.30 Uhr zeichnen die FR und Binding das Gudes als Wasserhäuschen des Jahre aus.

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