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Was tun, wenn Frankfurt im Dunkeln liegt?

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Bisher sind Stromausfälle in Frankfurt selten. Rolf Oeser
Bisher sind Stromausfälle in Frankfurt selten. Rolf Oeser © Rolf Oeser

Wie sich Energieversorger, Lebensmittelmärkte und die Polizei auf einen möglichen Stromausfall vorbereiten.

Kleinere, lokale Stromausfälle gibt es in Deutschland immer wieder: Die Bürger:innen im Frankfurter Westen können ein Lied davon singen, in diesem Jahr saßen sie in einzelnen Stadtteilen dort teils stundenlang im Dunkeln.

Durchschnittlich musste ein deutscher Haushalt im Jahr 2020 knapp elf Minuten ohne Strom auskommen, in Frankfurt waren es dank der Arbeit der Mainova-Beschäftigten nur sieben Minuten. Würde hingegen insgesamt zu wenig Strom ins Netz eingespeist oder ganz Deutschland gleichzeitig die Heizlüfter anmachen, könnte es zu einem flächendeckenden Ausfall kommen. Dann würden die vier Übertragungsnetzbetreiber die Stromlücke nach einem bestimmten Schlüssel in die Fläche verteilen.

Die lokalen Energieversorger müssten wiederum entscheiden, wer in ihrem Versorgungsbereich ein paar Stunden auf Strom verzichten kann. Gäbe es länger als ein paar Stunden zu wenig Strom, könnte es zu sogenannten Brownouts kommen: Dann würde die Stromversorgung zwischen den Stadtvierteln rotieren.

Zwölf Stunden lang könnte Frankfurt auch bei Stromausfall flächendeckend mit Wasser versorgt werden – dafür reichen die Vorräte in den Hochbehältern und die Notstromaggregate, die das Wasser da, wo der Druck zu niedrig ist, weiterpumpen. Teilbereiche könnten sogar noch deutlich länger versorgt werden, sagt Hubert Schreiber von Hessenwasser. Das hänge aber vom Einzelfall ab.

Wenn Frankfurt im Dunkeln liegt, ist es Aufgabe der Polizei, die öffentliche Sicherheit aufrechtzuerhalten. Dazu hat sie auf ihren Liegenschaften Notstromaggregate, alternative Kommunikationsstränge und Kraftstoffreserven, um Fahrzeuge und Aggregate auch betanken zu können, wenn die Tankstellen schon lange kein Benzin mehr hochpumpen können.

Wenn es hart auf hart kommt, könnte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Frankfurt auf seinem Gelände in Höchst etwa 50 Personen unterbringen und verpflegen. Es hat aber auch eine Feldküche und einen Notstromaggregat-Anhänger des Landes Hessen sowie weitere mobile diesel- und gasbetriebene Kochmöglichkeiten in petto, mit denen externe Betreuungsstellen wie etwa in einem Saalbau, in Sporthallen oder in der Messe versorgt werden könnten. Und das Beste: Das DRK hat auch die entsprechenden Lebensmittel- und Getränkevorräte.

Die reichen aber natürlich nicht für alle Frankfurter:innen. Deshalb empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) jeder Bürgerin und jedem Bürger, Vorräte für etwa zehn Tage anzulegen. Diese sollten zwei Liter Flüssigkeit und 2200 Kalorien pro Person und Tag umfassen. Ideal sind Lebensmittel, die nicht gekühlt werden müssen und die auch kalt gegessen werden können. Das BBK empfiehlt, vor allem Dinge zu bevorraten, die man sonst auch isst.

Auch der Lebensmittelhandel, der zur kritischen Infrastruktur zählt, hat Pläne für einen Stromausfall. Aldi Süd etwa teilt mit, dass alle Logistikzentren mit Notstromaggregaten ausgerüstet sind, um Kühl- und Tiefkühlware auch über längere Zeiträume hinweg vorschriftsmäßig lagern zu können.

Der Lebensmittelmarkt Edeka Südwest bestätigt, dass es Pläne für verschiedene Szenarien gibt, nennt aber keine Details.

Die Stadt Frankfurt hat zu diesem Thema Ende September den Arbeitskreis „Energiekrise“ gegründet. „Seit vielen Wochen bereitet sich die Stadt mit ihren Ämtern und Betrieben und unter Mithilfe der Frankfurter Branddirektion auf die Möglichkeit eines flächendeckenden Stromausfalls vor“, heißt es von dort. Ziel sei es, die medizinische Versorgung der Frankfurter:innen, vor allem der vulnerablen Gruppen, sicherzustellen, und die Lebensmittelversorgung aufrechtzuerhalten. Zurzeit würden in Ämtern und Betrieben unterschiedliche Szenarien entwickelt, „hier mit dem Ziel, dass bei einem Versorgungsausfall Aufgaben und Arbeitsabläufe definiert sind“.

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