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Wer keinen 3G-Nachweis hat, muss 100 Euro Strafe zahlen. Strenge Kontrolle am Dienstag in der U-Bahn-Station Höhenstraße. Monika Müller
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Wer keinen 3G-Nachweis hat, muss 100 Euro Strafe zahlen. Strenge Kontrolle am Dienstag in der U-Bahn-Station Höhenstraße. Monika Müller

Corona

Was es braucht im Nahverkehr: Fahrschein, Maske, Impfausweis

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
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Frankfurter Verkehrsbetriebe kontrollieren zusammen mit Polizei und Ordnungsamt an der Höhenstraße. Etwa fünf Prozent der Kontrollierten verstoßen gegen die Verordnung.

Sie sind überall. Schon auf der Berger Straße stehen sie vor dem Treppenabgang zur U-Bahn-Station Höhenstraße. Dann auf der B-Ebene der Station, in Hülle und Fülle, bis runter zu D-Ebene, überall – Kontrolleurinnen und Kontrolleure der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), zu erkennen an der dunklen Uniform mit den schicken Applikationen in Petrol. Wer hätte gedacht, dass es so viele davon gibt?

Aber am heutigen Dienstag, 7. Dezember, ist ja großer Kontrolltag. Eine konzertierte Aktion von VGF, von der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq, vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). In Zusammenarbeit mit Polizei und Frankfurter Stadtpolizei kontrollieren sie, ob die Menschen in Bus und Bahn sich an die 3G-Regeln halten. Also, ob sie geimpft, genesen oder frisch und negativ getestet sind und entsprechende Nachweise mit sich führen. Das ist seit dem 24. November Pflicht.

Natürlich seien nur stichprobenartige Kontrollen möglich, sagt Tom Reinhold, der Traffiq-Geschäftsführer. „Sie können ja auch nicht hinter jedes Verkehrsschild einen Polizisten stellen.“ Die Gastronomie oder der Einzelhandel hätten es da leichter, die überprüften einfach am Eingang. Beim großen ÖPNV-Netz mit all seinen Verkehrsmitteln und Stationen ist das unmöglich.

3G im Nahverkehr

Fahrgäste in Bussen und Bahnen müssen genesen oder geimpft sein oder einen gültigen Negativtest vorzeigen können. Das kann entweder ein maximal 24 Stunden alter offizieller Schnelltest oder ein maximal 48 Stunden alter PCR-Test sein, Selbsttests werden nicht anerkannt. Kinder unter sechs Jahren sowie Schülerinnen und Schüler sind von der Nachweispflicht ausgenommen.

100 Euro Strafe kostet der Verstoß gegen das 3G-Gebot. Die Kontrolleure dürfen allerdings nicht kassieren, das übernimmt die Polizei. Maskenverstöße kosten 50 Euro, die dürfen auch die Kontrolleure erheben. sky

Möglich sind aber Stichproben, wenn auch nicht flächendeckend jede Bustür observiert wird. „Unser Ziel ist, dass sich die Menschen in Bus und Bahn sicher fühlen“, sagt Jens Deutschendorf, Staatssekretär im hessischen Verkehrsministerium, eigens für die Kontrolle aus Wiesbaden angereist. Die ist die zweite gemeinsame Aktion der Verkehrsbetriebe mit den Ordnungsbehörden, seit es die neue Verordnung gibt. Bereits am 30. November war das Großaufgebot im Einsatz, an der Frankfurter Haltestelle Merianplatz. Sehr zufrieden ist VGF-Geschäftsführer Thomas Wissgott mit der „Generalprobe“ im Vormonat. 666 Fahrgäste habe man kontrolliert, berichtet Wissgott, dabei 48 Verstöße gegen 3G festgestellt. 13 davon haben sich im Laufe des Einsatzes wieder aufgelöst, weil die Betroffenen doch noch ein Zertifikat nachreichen konnten. Einem Mann, dessen Handyakku schlappgemacht habe, habe ein Polizeibeamter kurz eine Powerbank geliehen, erzählt Wissgott, also einen Ersatzakku.

Wer nicht aus dem Verkehrsmittel aussteigt, sondern hinein möchte, muss nicht mit Strafe rechnen, wenn der 3G-Nachweis fehlt. Potenzielle Fahrgäste ohne G werden einfach nur abgewiesen. Bei der Novemberkontrolle ist das von 566 Menschen 13 passiert. Polizei muss bei den 3G-Überprüfungen dabei sein, weil das VGF-Kontrollpersonal zwar Bußgeld gegen Maskenverstöße erheben und bei Fahrten ohne Fahrkarte erheben darf, nicht aber beim 3G-Verstoß.

Obendrein wittert zumindest Traffiq-Geschäftsführer Reinhold bei Impfgegnern größere Eskalationsgefahr. „Schwarzfahrer wissen, dass sie ein Unrecht begehen. Impfgegner leben dagegen in ihrer eigenen Welt.“ Da könne es schon sein, dass manche uneinsichtig seien. Ein Kontrolleur berichtet, in der Vorwoche sei einer mit einer abgebrochenen Flasche auf ihn losgegangen. Bei der Kontrolle am Dienstag eskaliert nichts. Dafür ist einfach zu viel Polizei versammelt. Eine Frau aus Peru hat Probleme mit dem QR-Code ihres Impfzertifikats. Sie besucht ihre Tochter, ist ohne Probleme ins Land gereist. Die Frankfurter Lesegeräte akzeptieren das peruanische Zertifikat aber nicht. Nach längerer Debatte lässt die Polizei die beiden Frauen ohne Strafgeld ziehen. „Wir gehen davon aus, dass die Bundespolizei bei der Einreise ordentlich kontrolliert hat“, sagt der Beamte.

Einen Delinquenten hat eine andere Gruppe in ihrer Mitte. Wie ihm die 3G-Kontrolle gefalle, will er nicht verraten. Kein Wunder. Ihn erwartet Post vom Amt wegen einer Ordnungswidrigkeit. Bei den ersten Kontrollen, als die Verordnung noch neu war, seien es mehr Verstöße gegen die Regel gewesen, sagt Wissgott. Inzwischen pendele sich die Zahl bei fünf Prozent ein. „Wir haben schnell das wichtige Signal gesetzt, dass kontrolliert wird“, sagt RMV-Geschäftsführer André Kavai.

Auch der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) zieht am Dienstag zufrieden Bilanz. Der NVV überprüfe täglich etwa 300 bis 400 Fahrgäste. „Es müssen nur zirka ein bis fünf Prozent der kontrollierten Personen das Fahrzeug verlassen“, sagt Pressesprecherin Sabine Herms. Die Einsätze verliefen unproblematisch. „Es gibt kaum inhaltliche Diskussionen. Die Kontrolleure berichten, dass sie noch in keiner Weise angefeindet worden sind.“ Die meisten Fahrgäste seien eher erfreut über die Kontrollen, weil sie sich so sicherer fühlten.

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