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Nächster Halt - was hat sie gesagt? Die Computerstimme Petra redet schepp.

Die gute Frage

Warum betont die Ansagestimme die Haltestellen falsch?

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Nächster Halt - was hat sie gesagt? Die Computerstimme Petra in Bus und Bahnen in der Stadt redet schräg. 

Heiner Zeller fährt oft mit der Straßenbahnlinie 16 und wundert sich, weshalb die Ansagestimme die Namen der Haltestellen falsch ausspricht. Die Computerstimme sagt zum Beispiel „Umsteigemöglichkeit zu den S-Báhnen“, „Bleiwéißstraße“ oder „Schwanthálerstraße“. Dabei sind die Wörter jeweils nicht richtig betont.

Das Problem besteht aber nicht nur in der Straßenbahnlinie 16, sondern in allen Straßenbahnen, U-Bahnen und Bussen der Stadt. „Die Verständlichkeit wird teilweise bis zur Unkenntlichkeit entstellt“, sagt Zeller. Er hat sich bei der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq darüber beschwert.

Seit Dezember 2017 setzt die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) in U-Bahnen und Straßenbahnen die Computerstimme Petra ein. Sie hat die Ansagen der langjährigen Sprecherin Ingrid Metz-Neun ersetzt, deren Stimme auch in Bahnhöfen und Navigationsgeräten zu hören war.

Seit Dezember 2016 erklingt die Computerstimme Petra nun in Frankfurter Bussen. Als sie dann in den Straßenbahnen und U-Bahnen ihre schiefen Ansagen machte, spotteten Fahrgäste in den sozialen Netzwerken. „Schrecklich“, „furchtbar“, „katastrophal“, urteilten sie. Die VGF gestand ein, es gebe „Startschwierigkeiten“, und gelobte Besserung. Das ist schon mehr als ein Jahr her. Von einer Besserung kann nicht wirklich gesprochen werden.

Eine Anfrage der Frankfurter Rundschau beantwortete die VGF-Pressestelle schriftlich und knapp. Die Hinweise von Fahrgästen würden aufgegriffen und zur feineren Einstellung der Computerstimme genutzt. Das scheint den Kern des Problems aber noch nicht zu beschreiben, wie eine Rückmeldung der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq an Heiner Zeller zeigt. Die Kundenbetreuerin teilte darin mit: „Derzeit gibt es erhebliche Probleme hinsichtlich Verständlichkeit, Natürlichkeit und Betonung der Worte.“

„Die erzeugten Sprachdaten weisen Mängel auf, die in den Testphasen vor Einführung des Produktes nicht auftraten. Es wurde intensiv analysiert und geändert, aber die Sprachdaten sind nicht wie gewünscht optimierbar.“

Das steht im Widerspruch zur Mitteilung der VGF bei der Einführung der Konserve. „Wo bisher aufgrund des Produktionsprozesses und der technischen Ausstattung bis zu drei Monate vergingen, bevor eine neue Ansage auf der Bahn war, werden zukünftig wenige Tage genügen“, hieß es damals.

Laut Kundenbetreuerin von Traffiq sind „die Suche nach einer alternativen Lösung und die Einspielung in die Fahrzeuge zeitaufwendig“. Sie stellte „Änderungen voraussichtlich im Jahr 2019“ in Aussicht.

Damit gibt sich Heiner Zeller nicht zufrieden. „Ich finde, dass Ansagen im öffentlichen Nahverkehr für Einheimische, besonders aber für Gäste der Stadt und ausländische Besucher eine Angelegenheit sind, die nicht dermaßen auf die lange Bank geschoben werden kann“, sagte er. Die Verkehrsbetriebe sollten sich endlich kümmern.

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