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Warten auf Haus des Jugendrechts Süd in Frankfurt

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Der dritte Stützpunkt zur Bekämpfung der Jugendkriminalität wird erst 2021 eröffnet.

Die für Anfang dieses Jahres geplante Eröffnung des Haus des Jugendrechts Süd in Sachsenhausen wird sich weiter verzögern. Der Grund dafür sind umfassende Umbaumaßnahmen in der für das Projekt angemieteten Liegenschaft in der Aschaffenburger Straße. Das Haus werde voraussichtlich erst Mitte 2021 seinen Betrieb aufnehmen können, teilte das Landesamt Bau und Immobilie Hessen (LBIH) am Dienstag auf FR-Anfrage mit.

Bereits seit 2016 plant das Land Hessen für Frankfurt ein drittes Haus des Jugendrechts, neben den Häusern in Höchst und im Mertonviertel. Doch die Suche nach einer geeigneten Immobilie gestaltete sich schwierig. Zwischenzeitig hatte das für die Grundstückssuche zuständige LBIH schon mit einem Standort in der Niederräder Bürostadt geliebäugelt. Im März 2019 gab es dann doch eine erste Erfolgsmeldung: Ein geeignetes Objekt in Sachsenhausen sei gefunden worden. Doch die Verhandlungen mit dem Eigentümer zogen sich in die Länge. Das sechsgeschossige Bürohaus gehört einer Kommanditgesellschaft, hinter der der Immobilienkönig Josef Buchmann steht.

Häuser des Jugendrechts

Bundesweiter Vorreiterwar 1999 ein Haus des Jugendrechts in Stuttgart- Bad Cannstatt, das wegen der zunehmenden Jugendkriminalität aus der Taufe gehoben worden war. Die positiven Erfahrungen dort veranlassten den Hessischen Landtag, das Problem ebenfalls mit Einrichtungen unter einem Dach zu begegnen.

In Hesseneröffneten die ersten beiden Häuser 2011 in Wiesbaden und Höchst. Seit 2015 gibt es im Mertonviertel eine Einrichtung für den Frankfurter Norden. Das vierte Haus soll den Bereich „Mitte-Ost“ abdecken. 

Die Häuser des Jugendrechts gelten in Hessen als Erfolgsmodell bei der Bekämpfung von Jugendkriminalität. Die Einrichtungen vereinen unter einem Dach Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendgerichtshilfe und Täter-Opfer-Ausgleich. Diese Konzentration soll für beschleunigte Verfahren sorgen, um Jugendliche die Strafe nach einer Tat möglichst unmittelbar spüren zu lassen. Dadurch soll die Strafe eine erzieherische Wirkung entfalten.

Frankfurt soll als erste deutsche Großstadt flächendeckend Häuser des Jugendrechts erhalten. „Wir wollen noch in diesem Jahr mit der Suche nach einem geeigneten Objekt im Osten der Stadt beginnen“, kündigt Axel Kreutz, der verantwortliche Frankfurter Staatsanwalt für die Häuser, an. Die Liegenschaft in Sachsenhausen ist so groß, dass dort auch noch die Jugendverkehrsschule des Polizeipräsidiums Frankfurt untergebracht werden soll. Doch das Gebäude genügt den Sicherheitsanforderungen der Polizei für ein solches Haus bislang nicht, daher sind die Umbaumaßnahmen notwendig. Der Magistrat hat nun die Stadtverordnetenversammlung um Zustimmung für das Projekt gebeten. Für den Umbau kämen auf die Stadt Kosten in Höhe von 246 000 Euro zu, heißt es in der Vorlage. Die Gesamtkosten für den Umbau sollen laut LBIH bei 2,1 Millionen Euro liegen.

In Sachsenhausen sollen dann auch straffällig gewordene Jugendliche aus dem Gallus und dem Gutleutviertel vorstellig werden. Für Jugendliche aus dem Gallus wäre Höchst zwar näher gelegen, aber dort gibt es keine Kapazitäten mehr. „Höchst platzt aus allen Nähten“, so Kreutz. Die Liegenschaft sei baulich etwas knapp bemessen. Ein Fehler, der in Sachsenhausen nicht mehr gemacht wurde. Möglicherweise solle das Haus des Jugendrechts in Höchst erweitert werden, aber das sei noch nicht spruchreif.

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