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Der Demonstrationszug der Angestellten des Universitätsklinikums zog vom Krankenhaus über die Friedensbrücke ins Gutleutviertel.

Frankfurt

Warnstreik legt OP-Säle an Uni-Klinik Frankfurt lahm

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Ein Teil der Belegschaft des Uniklinikums verlangt mehr Lohn und bessere Bedingungen für Azubis. Die Entscheidung darüber fällt aber in Berlin.

Lautstark und weithin sichtbar zogen am Mittwoch die Streikenden des Universitätsklinikums von der Klinik zur anderen Seite des Mainufers. Kurzzeitig staunten die Autofahrer auf der Friedensbrücke nicht schlecht, als die zahlreichen Frauen und Männer mit Transparenten, Fahnen und Plakaten die Straße für sich einnahmen.

Die Gewerkschaft Verdi hatte die laut ihrer Schätzung 3500 bis 4000 Beschäftigten am Klinikum, die einen Haustarifvertrag haben, aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Etwa 250 hätten sich an dem Demonstrationszug beteiligt. Während einige Angestellte zur Universität gehören und dadurch auch unter den Tarifvertrag der Uni und des Landes Hessen fallen, besitzt der andere Teil der Mitarbeiter einen Vertrag, der sich am Tarif der anderen Bundesländer orientiert. Dadurch gehören sie zur Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TDL) – seit 2004 gehört Hessen als einziges Bundesland nicht mehr zur TDL. Betroffen sind davon beispielsweise Pflegekräfte, Mitarbeiter in den Operationssälen, Anästhesisten, Verwaltungsangestellte und Reinigungskräfte.

Die Mitarbeiter des Universitätsklinikums sind die einzigen in Hessen, die eine solche Situation haben, erklärte Streikleiterin Hilke Sauthof-Schäfer von Verdi. Und aktuell laufe eben wieder eine Tarifrunde für die Landesbeschäftigten der Bundesländer. Bei zwei Verhandlungsrunden sei von der Gegenseite kein Angebot unterbreitet worden, weshalb die Gewerkschaft zum Warnstreik aufgerufen hatte. Am Donnerstag kommen die Beteiligten zur dritten Verhandlungsrunde zusammen.

Verdi fordert eine Erhöhung der Entgelte um sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro. Zur Attraktivitätssteigerung kommt eine Zusatzforderung für den Pflegebereich von 300 Euro monatlich hinzu. Die Ausbildungsentgelte sollen um 100 Euro erhöht werden, zudem werden mehr Zusatzurlaub für Wechselschichten, höhere Zuschläge und eine Urlaubsangleichung für Azubis gefordert.

Während des Streiks galt eine Notdienstvereinbarung zur Aufrechterhaltung der Patientenversorgung am Uniklinikum. Das Klinikum sprach im Vorfeld von vorübergehenden Einschränkungen in einzelnen klinischen Versorgungsbereichen und längeren Wartezeiten. Sauthof-Schäfer sagte, dass ein Großteil der Operationssäle am gestrigen Tag geschlossen bleiben mussten.

Der Warnstreik sollte den öffentlichen Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen. Das Uniklinikum selbst kann den Streikenden nicht entgegenkommen – die Verhandlungen führt der Vorstandsvorsitzende der TDL in Berlin.

Dass die Bedingungen verbessert werden müssen, erzählten zwei Frauen, die an der Klinik in der Psychosomatik beschäftigt sind. „Jeder braucht irgendwann mal Pflege, da sollten die Bedingungen gut sein und keine Schwierigkeiten bei der Versorgung herrschen“, sagte die jüngere. Die andere Frau erklärte, dass Belastung und Verdienst nicht im Verhältnis stünden. Die somatische Pflege wäre durch die körperliche Arbeit noch stärker betroffen. Enttäuscht waren sie von der geringen Streikbeteiligung.

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