+
Die Marmorierte Baumwanze wurde aus Ostasien eingeschleppt.

Insekten

Wanzenplage in Frankfurt

  • schließen

Wanzen bevölkern Frankfurt und klettern auch gerne ins Haus. Die Tiere suchen einen Platz zum Überwintern, gefährlich sind sie aber nicht.

Sie sitzen außen auf den Fenstern oder krabbeln in die Wohnung. In diesem Jahr lassen sich sehr viele Wanzen in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet beobachten. Grund ist der heiße Sommer, in dem sich die Insekten gut fortpflanzen konnten. Nun, da es kühler wird, wärmen sie sich an Fassaden und suchen Schutz im Haus oder der Wohnung.

Das Umweltamt Frankfurt bekomme dieser Tage vermehrt Anfragen von Bürgern zu den Insekten, sagt Sprecher Martin Müller. Bei den Tieren könnte es sich um die aus Ostasien eingeschleppte Marmorierte Baumwanze handeln, teilt das Umweltamt mit. Die heimische Graue Feldwanze sei zur Zeit aber ebenfalls an vielen Hauswänden aktiv auf der Suche nach einem Winterversteck. „Beide Wanzenarten ernähren sich von Pflanzensaft und gelten im Obstbau als Schädlinge, da durch die Einstiche Verkrüppelungen an den Früchten entstehen.“

Zu den Sonnenanbetern – und potentiellen Hausbesetzern – gehöre neuerdings die Amerikanische Kiefern- oder Zapfenwanze, schreibt der Naturschutzbund (Nabu). Die recht große rotbraune Art sei erst vor zehn Jahren bei uns eingeschleppt worden und habe sich stark verbreitet.

Björn Assmus, Geschäftsführer der Firma Kaiser Schädlingsbekämpfung mit Sitz in Frankfurt und Rödermark, erhält momentan ebenfalls zunehmend Anrufe. Die Wanzen seien aber keine Schädlinge, sondern nur Lästlinge, erklärt er. „Viele empfinden die Tiere vielleicht als eklig oder störend, gefährlich sind sie aber nicht.“ Die Insekten können weder beißen noch stechen. Eine Bekämpfung mit Insektiziden sei daher nicht notwendig. „Wenn wir die Fassade absprühten, wäre die Streuung zu groß. Wir würden andere nützliche Tiere treffen“, sagt der IHK-geprüfte Schädlingsbekämpfer und empfiehlt Fliegengitter als Schutz.

Wenn die Wanzen schon im Haus seien, können man sie einfach mit Hilfe eines Glases oder Papiers raussetzen. Zerquetschen sollte man sie lieber nicht, denn sie sondern ein Abwehrsekret aus, wenn sie sich bedroht fühlen – und das riecht ziemlich unangenehm.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare