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Die Straße Am Erlenbruch im Riederwald ist von Kfz-Verkehr geprägt. Foto: Rolf Oeser
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Die Straße Am Erlenbruch im Riederwald ist von Kfz-Verkehr geprägt.

Mobilität

Wald-Rodung wegen Autobahn-Ausbau in Frankfurt

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Die Bürgerinitiative Riederwald nimmt Abschied von Bäumen, die für den Ausbau der A66 gefällt werden müssen.

In Frankfurt soll in diesem Winter ein Teil des Teufelsbruch-Waldes im Stadtteil Riederwald für den Ausbau der Autobahn 66 mit Riederwaldtunnel gerodet werden.

Die Bürgerinitiative Riederwald und Vertreterinnen und Vertreter des Bündnisses Verkehrswende Frankfurt nehmen am Samstag von 11 bis 13 Uhr symbolisch Abschied. Die Veranstaltung ist einen Tag nach dem globalen Klimastreik, zu dem „Fridays for Future“ für Freitag ab 12 Uhr an der Alten Oper einlädt. Dabei soll es auch zu Baumbesetzungen kommen.

Im Riederwald wurden für den Autobahnausbau schon etwa 100 Bäume gefällt. Nun kommt die Waldfläche im Teufelsbruch hinzu. Die Fällungen sind entlang einer Fläche vom heutigem Ende der A66 beim Hessencenter bis zur Borsigallee. Auch im Fechenheimer Wald werden Bäume gefällt. Als Ausgleich wurden Bäume und Büsche am Mainufer in Schwanheim gepflanzt.

Die Grüngürtel-Raupe, ein Kunstwerk von F. K. Waechter, musste auch schon umziehen. Sie saß auf einer Birke im Erlenbruch, die mittlerweile gefällt wurde, und ist nun auf einer Erle am Teufelsbruch, an der Ecke Kruppstraße/Schwarzer Weg.

Bei dem Rundgang am Samstag sollen weitere Bäume mit weißen Kreuzen markiert werden. Geplant ist ein Picknick, bei dem Brezeln verteilt werden, und die Umarmung des größten Baumes im Teufelsbruch, einer Pappel. Erwartet werden rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Für das Bündnis Verkehrswende sprechen Mathias Biemann vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Rhein-Main über die Potenziale des ÖPNV, Otto Gebhardt von Greenpeace-Frankfurt über Maßnahmen gegen den Klimawandel, Friedhelm Ardelt-Theeck vom Bündnis unmenschliche Autobahn über den Autobahnausbau rund um Frankfurt und Claus Lauth sowie Rainer Frey von der Bürgerinitiative Riederwald über die Situation im Stadtteil. Bürgerinnen und Bürger kommen ebenfalls zu Wort.

Im Riederwald soll die A66 bis 2029 auf 2,2 Kilometer ausgebaut werden und an die A661 anschließen. Kosten: mindestens 477 Millionen Euro. Die Hälfte der Ausbaustrecke liegt im Tunnel. Die A661 soll bis 2023 zwischen Friedberger Landstraße und Autobahndreieck Erlenbruch auf vier Spuren und Verflechtungsstreifen ausgebaut werden. Danach ist der sechsspurige Ausbau mit Einhausung zwischen Seckbacher und Friedberger Landstraße vorgesehen. Kosten der Einhausung: mindestens 258 Millionen Euro. Die Bürgerinitiative Riederwald kritisiert, dass die Straße Am Erlenbruch durch die neue A66 nicht stark genug entlastet werde. Eine Verkehrsuntersuchung geht von 14 000 statt jetzt 22 000 Fahrzeugen am Tag aus. Durch den Riederwaldtunnel werden 110 000 Autos am Tag erwartet. Die Verlärmung des Stadtteils nehme zu, so die Initiative.

Auf der A661 wird laut Verkehrsuntersuchung in der Rushhour zwischen FSV-Stadion und Bornheimer Hang eine geringe Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometer erwartet. Die Initiative befürchtet Staus auf der A661 und Rückstaus auf der A66. Es sei auch politisch nicht konsequent, von einer Verkehrswende zu reden und gleichzeitig den Autobahnausbau nicht zu stoppen.

Die Koalition in Frankfurt fährt eine zweigleisige Strategie. Einerseits lehnt sie „den weiteren Ausbau von Autobahnen in Frankfurt ab“. Andererseits stimmt sie dem Ausbau von der A661 mit Einhausung, der A661 mit Riederwaldtunnel, der A5 auf acht Spuren zu. Den Ausbau der A3 auf acht bis zehn Spuren lehnt sie ab.

Das hessische Verkehrsministerium teilte auf Nachfrage der FR mit, an laufenden Projekten werde festgehalten. Zuständig sei die Autobahn GmbH des Bundes. Das Land setze auf Schienenausbau und die Stärkung des ÖPNV.

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