Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Begegnung: Zoodirektor Manfred Niekisch (l) und Schauspieler Ulrich Tukur.
+
Begegnung: Zoodirektor Manfred Niekisch (l) und Schauspieler Ulrich Tukur.

Filmdreh im Zoo

Der wahre Grzimek

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
    schließen

Wo ließe sich das Leben Bernhard Grzimeks authentischer verfilmen, als an seinem einstigen Arbeitsplatz, dem Frankfurter Zoo. Für die ARD-Produktion schlüpft Ulrich Tukur in die Rolle des legendären Zoologen.

Ein Fotografenaufgebot wie in Hollywood: Letzter Drehtag im Zoo, die Produktionsfirma UFA Fiction verfilmt im Auftrag der ARD das Leben Bernhard Grzimeks (1909–1987), des großen Frankfurter Zoodirektors und Vorreiters im Tierschutz. Am Sonntag zieht der Tross weiter nach Südafrika für Naturaufnahmen. Zuvor darf die Presse im Zoo schon den Trailer und die Schauspieler sehen. Will natürlich jeder. Auch Grzimeks Nach-Nach-Nachfolger Manfred Niekisch. Als Kind, wenn er gefragt wurde, was er werden wolle, sagte er: Grzimek. „Herr Tukur“, begrüßt er jetzt den Hauptdarsteller des Films, „Sie haben’s geschafft.“ – „Na, Sie aber auch“, gibt Ulrich Tukur zurück.

Der Zweiteiler wird voraussichtlich Anfang 2015 im Ersten zu sehen sein. Er zeigt Tukur alias Grzimek mit dem schnurrenden Geparden Cheetah und mit diversen anderen Tieren, die der Star geduldig aufzählt („zwei Flusspferde, eine Tigerdame, alt, aber trotzdem lebensgefährlich zwei Elefanten…“). Besonders angetan hat es ihm das für sein scheues Wesen bekannte Okapi, das ihm sein Vertrauen schenkte und sich streicheln ließ. Tukur: „Das war mein erhebendster Moment der letzten 20 Jahre.“

Es geht aber beileibe nicht nur um den lieben, guten Grzimek. Zu sehen sind auch seine dunklen Seiten. „Mit Tieren konnte er wunderbar umgehen, aber, ohne ihn demontieren zu wollen: Er hatte seine Schwierigkeiten im Umgang mit den Menschen, mit dem Leben“, sagt Tukur. Darunter hatte besonders seine Frau Hilde zu leiden, dargestellt von Barbara Auer. Weitere tragende Rollen spielen Jan Lennart Krauter als Grzimeks Sohn Michael, der bei einem Flugzeugabsturz in der Serengeti stirbt, und Katharina Schüttler als dessen Frau – die später ihren Schwiegervater heiratet: Bernhard Grzimek.

Enkel begleitet den Dreh

„Das gibt’s doch gar nicht, dass dieses Leben noch nicht verfilmt ist“, wunderte man sich bei der Degeto, der Filmeinkäuferin der ARD: „Wir suchen immer Menschen, die ihrer Zeit voraus sind. Grzimek ist so einer.“ Bei der Verfilmung half auch der enge Kontakt zur Familie, etwa zu Grzimeks Enkel Christian, der heute die Fotoagentur Okapia betreibt. Er begleitete die Dreharbeiten. „Das geht schon nah, wenn ich die Szenen über meine Familie sehe“, sagt er. „Aber es ist wirklich gut umgesetzt.“

Dabei konnte sich Regisseur Roland Suso Richter anfangs gar nicht vorstellen, dass manche Szene überhaupt filmbar ist. „Tolle Idee, aber mit Flusspferden drehen – unmöglich“, glaubte er. Mit viel Geduld ging es dann doch: „Wir mussten zwar 14 Minuten warten, aber …“ Tukur: „Vierzehn Minuten!“

Zoodirektor Niekisch arbeitete einst mit Bernhard Grzimek zusammen. Es ging um eine Kampagne zum Schutz der Frösche. Da dachte er im Traum noch nicht daran, einst am Schreibtisch des großen Vorbilds zu arbeiten. Und noch etwas hätte er nicht gedacht, dies aber in neuerer Zeit: dass er die vielen veralteten Zoogebäude einmal nicht als Problem empfinden würde. „Für den Film“, sagt er, „sind diese alten Gebäude auf einmal eine tolle Chance.“ ill

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare