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Henning Hoffmann von der SPD am Buchrainplatz Oberrad.
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Henning Hoffmann von der SPD am Buchrainplatz Oberrad.

Kommunalwahl in Frankfurt

Der Wahlkämpfer

  • VonDennis Pohl
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Seit 41 Jahren unterstützt Wahlkampfhelfer Henning Hoffmann seine Partei, die SPD. Der Frankfurter hat eine Mission: Die Politik zu den Menschen auf der Straße bringen.

Wenn Wahlkampf ist, steht Henning Hoffmann jeden Samstag verlässlich am Stand seiner Partei auf dem Buchrainplatz. Unter der Woche plakatiert er oder macht Hausbesuche. „Das läuft seit über 40 Jahren so ab“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Oberrad und hält dabei schon wieder zwei Plakate in der Hand. Der Ablauf sei immer gleich: „Ich spreche, diskutiere oder streite mit den Menschen.“ Daran habe sich seit den Siebzigern nichts geändert, zum Glück, wie er sagt. Nur der Ton bei gewissen Themen sei schärfer geworden.

Doch warum tut man sich das an? Schließlich werden weder Hoffmann noch seine Mitstreiter für ihr Engagement bezahlt. „Ich glaube felsenfest an die parlamentarische Demokratie“, sagt er. „Dafür stelle ich mich gerne bei Minusgraden vor die örtliche Sparkasse.“ Der studierte Sozialpädagoge ist davon überzeugt, mit seiner Arbeit etwas Gutes zu tun. Egal ob in einem Amt oder eben auf der Straße als Wahlkämpfer: „Der politische Diskurs ist mit das wichtigste Gut unseres Landes“, untermauert Hoffmann. „Für mich ist es selbstverständlich, da etwas bewegen zu wollen.“

Dieser Gedanke trägt Hoffmann nun schon seit genau 41 Jahren durch die Kommunalpolitik. Mit 15 trat er in die SPD ein, beseelt von den großen Ideen der sozialen Gerechtigkeit, der Solidarität und Gleichheit für alle. „Dafür wurde ich Genosse“, sagt er heute. Das Epizentrum seines politischen Engagements war damals die Schule. An der Musterschule im Nordend gründete er die Schülerzeitung „Cosa Nostra“, organisierte Streiks und Demos, saß im Stadtschülerrat. „Überall war eine Aufbruchstimmung zu spüren“, erinnert er sich. Man wollte die Dinge besser machen. Und genau das will Hoffman auch heute noch. Nur eben nicht mehr an der Schule, sondern auf dem Marktplatz: „Die Werte für die ich kämpfe sind dieselben geblieben“, unterstreicht er. „Ich habe mir den Elan von damals bewahrt.“

Er lebe für die Demokratie, sagt Hoffmann. Es gehe ihm darum, Politik dorthin zu bringen, wo sie wirklich zählt: „Zu den Menschen auf der Straße.“ Er will vermitteln, reden, Lösungsvorschläge seiner Partei verständlich machen. Dabei hat der Spätfünfziger ein klares Leitbild: „Die Leute müssen spüren, dass Politik etwas bewirken kann und sie sich beteiligen können“, sagt er. Dieses Gefühl könnten keine Plakate vermitteln, nur Zuhören und ein gutes Gespräch seien wirksam: „Das ist das wirksamste Mittel im Wahlkampf“, ist er sich sicher.

Während Hoffmann mit seinen Plakaten auf dem Buchrainplatz steht, kommt ein älterer Mann auf ihn zu. Es geht um Flüchtlinge, das Thema, mit dem man dieser Tage am häufigsten konfrontiert werde. Es gäbe zu viele Asylanten, sagt der Mann, das koste alles Millionen. Dabei werde für die Armen im Land ohnehin zu wenig getan. Hoffmann verwickelt den Mann in ein Gespräch, bemüht sich um eine differenziertere Sicht. „Ich habe ihn zwar nicht für die SPD begeistern können“, sagt er schließlich. „Aber er hat mir versprochen, wählen zu gehen.“

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