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Bis sie einen Räumungsbescheid erhalten, wollen die Aktivistinnen und Aktivisten bleiben.

Aktivisten

Wagenplatz bleibt vorerst

  • Helen Schindler
    vonHelen Schindler
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Die Fläche am Ostbahnhof ist weiterhin besetzt. Die Hotelkette Premier Inn, die Eigentümerin des Geländes, droht weiter mit einer Räumung. Nun schaltet sich die Stadt als Vermittlerin ein.

Der Streit um die seit vier Wochen von Aktivistinnen und Aktivisten besetzte Brachfläche am Ostbahnhof geht weiter. Die Hotelmarke Premier Inn, der die Fläche gehört, will das Gelände als Parkplatz zwischennutzen. Bereits vor über einer Woche hatte Premier Inn angekündigt, den Platz räumen zu lassen. In der vergangenen Woche sei den Aktivistinnen und Aktivisten eine zweite Frist gesetzt worden, erzählt Anna, die auf dem Wagenplatz lebt. Bis zum gestrigen Montag hätten sie das Gelände verlassen sollen. Geschehen ist das nicht.

„Wir waren darauf vorbereitet, Besuch von der Polizei zu bekommen“, sagt Anna. „Aber es ist ruhig geblieben.“ Sie betont, dass sie kein Interesse an einer Eskalation der Situation hätten. „Wenn wir einen Räumungsbescheid haben, gehen wir.“

Unterdessen hat sich Premier Inn an das Büro von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) gewandt, weil es sich bei der Besetzung um eine „politische Forderung“ handele, wie Katrin Kleinhans, Pressesprecherin von Premier Inn, sagt. Am vergangenen Donnerstag stattete eine Mitarbeiterin Feldmanns den Aktivistinnen und Aktivisten einen Besuch ab. Sie habe ihnen mitgeteilt, dass bereits zwei Mal Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruch gegen sie gestellt worden sei, erzählt Anna. Demnach könne die Polizei das Gelände innerhalb von ein bis zwei Tagen räumen, wenn Premier Inn dies wünsche.

„Rein informatorisches“ Gespräch

Feldmanns Sprecher Olaf Schiel bestätigt, dass es ein Gespräch gegeben hat. Da die Situation zu eskalieren drohte, habe sich die Mitarbeiterin ein Bild der Lage machen wollen. Es habe sich um ein „rein informatorisches“ Gespräch gehandelt, aus dem zunächst keine Konsequenzen hervorgingen.

Ob und wann eine Räumung geplant ist, ist unklar. Auf Nachfrage äußert sich die Pressesprecherin des Premier Inn nur vage. Weil man sich nicht in der Lage sehe, die dort lebenden Menschen vor etwaigen Gefahren zu schützen, habe man sie von Anfang an aufgefordert, das Gelände so schnell wie möglich zu verlassen.

Weil auf dem Gelände Eidechsen leben, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen, ist auch das Umweltdezernat involviert. Aus dem Büro von Rosemarie Heilig (Grüne) heißt es lediglich, es liefen Gespräche mit beiden Seiten. Anfang vergangener Woche noch hatte Heilig gesagt, das Premier Inn dürfe nicht in die Böschung eingreifen „und wenn sie das tun, werden wir sie daran hindern“. Darüber hinaus dürfe auf dem Gelände gar nichts unternommen werden, weil es keine Baugenehmigung gebe. Das bestätigte das Planungsdezernat. Laut Kleinhans steht das Premier Inn „in Abstimmung mit der Deutschen Bahn und der Stadt Frankfurt“.

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