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Tweet der neuen Beauftragten zum Dienstantritt.
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Tweet der neuen Beauftragten zum Dienstantritt.

Polizei

„Beamte zweiter Klasse“ – Vorwurf der Diskriminierung bei der Polizei in Frankfurt

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Angehörige der Frankfurter Polizei beklagen mangelnde Aufstiegschancen und sehen Kolleginnen und Kollegen in der Behörde schlecht behandelt.

Frankfurt - In einem anonymen Brief haben Angehörige der Polizei in Frankfurt strukturelle Diskriminierung innerhalb des Polizeipräsidiums angeprangert. Es sei „leider seit mittlerweile über zwei Jahrzehnten festzustellen, dass Kolleginnen und Kollegen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Ethnie Diskriminierung sowie Benachteiligung innerhalb unserer Behörde erfahren“, heißt es in dem am Dienstag (04.01.2022) veröffentlichten Brief. Viele dieser Kolleginnen und Kollegen fühlten sich als „Polizeibeamte zweiter Klasse.“

Frankfurt: Angehörige der Polizei schreiben offenen Brief an Polizeipräsident Bereswill

Der Brief ist adressiert an Polizeipräsident Gerhard Bereswill und Vanessa Pasquariello. Die Oberkommissarin ist seit Ende vergangenen Jahres Beauftragte einer neu eingerichteten Antidiskriminierungsstelle. „Ich werde mich dafür einsetzen, Betroffene innerhalb unserer Behörde im Umgang mit Diskriminierungserfahrungen zu unterstützen, und dazu beitragen, Diskriminierung abzubauen“, wird Pasquariello auf dem Twitter-Kanal der Polizei zitiert.

Doch an eine erfolgreiche Arbeit der Antidiskriminierungsstelle glauben die Unterstützerinnen und Unterstützer des offenen Briefs offenbar nicht: „Zwecks Behebung und Neuausrichtung ist die Errichtung einer Antidiskriminierungsstelle zwar der richtige Ansatz, aber in der Wirkung vermutlich nutzlos“, da es sich um strukturelle Diskriminierung handele. In Bezug auf Beförderungen im gehobenen Dienst würden die genannten Kolleginnen und Kollegen bei mindestens gleicher Eignung, Leistung und Befähigung „kaum bis gar nicht berücksichtigt werden“. Da nach dem Brief mit Repressalien gerechnet werde müsse, sei er anonym gehalten, heißt es abschließend.

Frankfurt: Polizei weist Vorwurf der Diskriminierung „entschieden zurück“

In einer schriftlichen Stellungnahme wies die Pressestelle der Frankfurter Polizei den Vorwurf einer strukturellen Diskriminierung „entschieden zurück“. Der Brief zeige aber, dass es eine richtige Maßnahme gewesen sei, eine solche Antidiskriminierungsstelle einzurichten. „Wir nehmen die Aussagen in dem anonymen Schreiben ernst und möchten uns vertrauensvoll mit dem oder den Absendern austauschen. Dies haben Polizeipräsident Bereswill und die neue Antidiskriminierungsbeauftragte, Frau Pasquariello, heute den Absendern per E-Mail geantwortet“, heißt es weiter. Es gebe keinen Grund, die Maßnahme einer Antidiskriminierungsstelle als richtig einzustufen, aber vorab schon an deren Wirkung zu zweifeln.

Die Stelle sei nach einer Befragung von Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund durch eine Expertenkommission geschaffen worden. (Oliver Teutsch)

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