Theaterzentrum Frankfurt

Kinder - und Jugendtheater findet große Akzeptanz 

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Gerd Taube, Leiter des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in Deutschland, sieht die Bühnen gut aufgestellt - trotz Ärger mit der AfD.

Von seinem Büro in der Frankfurter Innenstadt aus hat Gerd Taube die Szene in Deutschland im Blick. Der Leiter des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik weiß, dass Frankfurt mit seinem Projekt einer neuen städtischen Bühne eher spät dran ist. Die Stadt Leipzig etwa gebe jährlich rund 4,5 Millionen Euro für ihr Kinder- und Jugendtheater aus, das Land Berlin gar neun Millionen.

Um überhaupt sinnvoll arbeiten zu können, brauche das neue Haus in Frankfurt mindestens zwei bis drei Millionen Euro an jährlichem Zuschuss von der Stadt, sagt Taube beim Gespräch mit der FR im Theaterzentrum an der Schützenstraße. „Die Intendanz muss schließlich auch Regisseure engagieren können“, so der erfahrene Theatermann.

Bundesweit ist aus seiner Sicht die Szene durchaus sehr lebendig. Allerdings gebe es bei den öffentlich geförderten Kinder- und Jugendbühnen Probleme. „In Dresden sind zum Beispiel gerade seitens der Stadt massive Kürzungen durchgeführt worden.“ Das habe man sich „vor fünf Jahren noch nicht vorstellen können“.

Insgesamt würden die Beschäftigten der Bühnen schlecht bezahlt. Für das Land Berlin hat Taube sogar gerade in einer großen Studie von „prekärer Beschäftigung“ gesprochen. Der Theaterwissenschaftler nimmt auch eine „Bedrohung aus politischer Richtung“ für die Bühnen wahr.

Und zwar von rechts. Immer häufiger nehme die rechtspopulistische AfD die Arbeit der Kinder- und Jugendtheater aufs Korn. „So hat die AfD-Fraktion im Landtag von Brandenburg zum Beispiel gerade eine Anfrage zum privaten „Piccolo-Theater“ in Cottbus eingebracht. Die Rechtspopulisten bezogen sich auf die mit Preisen bedachte Inszenierung „KRG“, die vor den Gefahren des Faschismus warnt.

Dieses Stück wurde vom Land gefördert. Die AfD wolle nun wissen, wie viele Stücke dieser Art das private Theater noch plane und welche gefördert würden. Die Landesregierung hat sich inzwischen vor die Bühne gestellt. Taube sieht trotz solcher Probleme eine große Akzeptanz für Kinder- und Jugendtheater überhaupt.

Die Bühnen behaupteten sich mit dem Theatererlebnis sehr gut gegenüber der Konkurrenz der sozialen Medien. „Die allergrößte Hürde besteht darin, die Kinder in den Zuschauerraum zu bekommen“, urteilt Taube. Doch das Theater überzeuge immer dann, „wenn die Stücke etwas zu tun haben mit dem Leben und Denken der jungen Leute.“

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