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Die FES hat Notfallpläne, denn die Müllentsorgung ist ein wichtiger Faktor bei der Seuchenbekämpfung. peter Jülich
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Die FES hat Notfallpläne, denn die Müllentsorgung ist ein wichtiger Faktor bei der Seuchenbekämpfung. peter Jülich

Coronavirus

Corona-Maßnahmen: Frankfurt bereitet sich auf Omikron-Variante vor

Die Omikron-Variante ist für 0,5 Prozent der Fälle in Frankfurt verantwortlich. Ein Umschwung wird erwartet. Die Betriebe bereiten sich vor.

Frankfurt - Noch ist die Corona-Variante Omikron in Frankfurt vergleichsweise selten. Am gestrigen Dienstag waren dem Gesundheitsamt 18 bestätigte Fälle und zwölf Verdachtsfälle bekannt. „Das heißt 30 Fälle von circa 6000 Covid-19 Fällen im Dezember. Mit einer Quote von 0,5 Prozent sind die Omikron-Fälle aktuell noch niedrig“, schlussfolgert Wiebke Reimann, Sprecherin des Gesundheitsamts.

Ein Grund sich zurückzulehnen sei das aber nicht. Zwar seien 28 Fälle auf eine Reise zurückzuführen, und in manchen Ländern, beispielsweise in Südafrika und Großbritannien, ist Omikron bereits die vorherrschende Variante. Doch seien „in dieser Woche erstmals zwei Fälle ohne erkennbaren Zusammenhang zu einer Reise aufgetreten“. Das heißt: Die Menschen haben sich innerhalb Deutschlands oder gar der Stadt angesteckt – Omikron hat begonnen, sich in Frankfurt auszubreiten. Das Gesundheitsamt schätzt, dass die Variante in etwa drei bis vier Wochen in Frankfurt vorherrschend sein wird.

Omikron in Frankfurt: Risiko von Ausfällen in Corona-Krise steigt

Weil die Übertragung leichter ist als bei der Delta-Variante, steigt mit der Ausbreitung von Omikron das Risiko massiver Personalausfälle in allen Bereichen. Besonders problematisch könnte das für Dienstleister sein, die kritische Infrastruktur zur Verfügung stellen, wie die Feuerwehr. Sie muss dafür sorgen, dass knapp 160 Positionen rund um die Uhr besetzt sind, etwa die Leitstelle, aber auch die Fahrzeuge der zwölf Feuerwachen, für die es pro Auto sechs Personen braucht. „Aber wir haben ja nicht erst seit Corona mit einer größeren Menge an Krankheitsfällen zu tun“, verweist Feuerwehr-Sprecher Rainer Heisterkamp auf mehrere Grippewellen.

Die Planung der Branddirektion sieht unter anderem vor, dass für jede Position ein Ersatz in Rufbereitschaft bestimmt wird. Sollte das wegen zu großer Ausfälle nicht mehr klappen, kann die Feuerwehr Personal, das sonst im Büro arbeitet, in den Einsatzdienst versetzen. Das sei kein Grund zur Panik, sondern „eine ganz normale Geschichte“, sagt Heisterkamp. „Die Sicherheit ist zu keiner Zeit infrage gestellt.“

Omikron-Variante breitet sich auch in Frankfurt aus: Notfallpläne bei der FES

Das gleiche System aus „Redundanzen und Vertretungsmodellen“ wird auch im Uniklinikum angewandt. Ergäbe sich eine „besonders außergewöhnliche Belastungssituation“, träten Stufenpläne in Kraft, sagt Sprecherin Theresa Seubold. „In Abhängigkeit des Personalmangels werden gegebenenfalls nicht alle Leistungen durchgehend in gleicher Weise erbracht werden können.“

Auch die Notfallpläne der FES sehen ähnliche Mechanismen vor: „Um den üblichen Krankenstand zu kompensieren, haben wir einen intern gebildeten Fahrerpool“, sagt Sprecher Stefan Röttele. „Falls dann immer noch zu viele Fahrer ausfallen, würden wir priorisieren. Die Müllentsorgung ist ein wesentlicher Faktor bei der Seuchenbekämpfung. Deshalb ist sie deutlich wichtiger als zum Beispiel die klassische Straßenreinigung.“ Momentan liege die Impfquote dank eines internen Impfprogramms bei über 85 Prozent.

Flughafen Frankfurt: Vorbereitungen auf Omikron-Variante laufen

Am Frankfurter Flughafen sieht man sich gut auf Omikron vorbereitet. Die Flughafengesellschaft Fraport trennt etwa die einzelnen Schichten der betriebsnotwendigen Flughafenfeuerwehr voneinander, damit bei einem Ausbruch nicht gleich die gesamte Mannschaft in Quarantäne muss. Bei der Deutsche Flugsicherung (DFS) sind insbesondere die Fluglotsen, aber auch anderes Personal in A- und B-Teams aufgeteilt, die nicht zusammenkommen dürfen.

Bei der Mainova, die Teile Frankfurts mit Energie und Trinkwasser versorgt, würden durch Homeoffice, Homedienstwagen und kontaktlose Schichtübergaben Begegnungen und damit Ansteckungsmöglichkeiten so weit wie möglich vermieden, sagt Sprecher Sven Birgmeier. Der Zutritt zu den Leitwarten sei Unbefugten verboten. Alle seien mit Versorgungseinrichtungen, etwa Küchen, ausgestattet. Zur Not könnten sich die Angestellten so tagelang isolieren, um arbeitsfähig zu bleiben.

Polizei Frankfurt setzt in Corona-Pandemie auf Schichtmodell

Auch die Polizei setzt auf Kontaktvermeidungen durch ein spezielles Schichtmodell und – wo möglich – Homeoffice. Bei Bedarf könne es Personalverschiebungen geben, sagt Sprecher Tobias Rosenberger. Die Impfquote bei der hessischen Polizei liege bei „deutlich über 80 Prozent“.

Das Gesundheitsamt begrüßt die Impfangebote, die Unternehmen ihren Mitarbeitern machen. Um die Ausbreitung von Omikron zu verlangsamen, sei impfen derzeit besonders wichtig. (Sarah Bernhard)

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