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Vor allen Dingen Mozart

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Von: Katja Sturm

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Der Pianist Christian Zacharias gibt ein Gastspiel.
Der Pianist Christian Zacharias gibt ein Gastspiel. © Constanze Zacharias

Festival mit vielen Konzerten und Darbietungen will Rolle Frankfurts als Musikstadt betonen

Der Titel ist doppeldeutig: „Mainly“ bezieht sich einerseits darauf, dass das, was danach folgt, beim neuen Frankfurter Musikfestival im Mittelpunkt stehen soll, ist aber auch eine Anspielung auf den Fluss, der die Großstadt durchzieht. Ausgeklügelt haben dies und die insgesamt 30 Konzerte und Darbietungen, die bei der ersten Auflage vom 21. bis 30. April 2023 das Publikum anlocken sollen, zehn verschiedene Veranstalter und Institutionen. „So geschlossen wie noch nie“ zögen diese dabei an einem Strang, sagte Intendant und Gastgeber Markus Fein bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in der Alten Oper.

Das Event, das es alle zwei Jahre mit einem anderen Schwerpunkt geben werde, soll die Rolle Frankfurts als Musikstadt betonen. Klassikfreunde werden dabei mit neuen Hörerlebnissen konfrontiert, jenen, die sonst nicht in Konzerten sitzen, sollen die Türen dafür an ungewöhnlichen Orten geöffnet werden. Protagonist der Premiere ist Wolfgang Amadeus Mozart. Die „heitere Musik“ des 1756 in Salzburg geborenen Komponisten ist nach Ansicht der Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) genau die richtige in diesen Krisenzeiten. „Wir sind noch nicht wieder im Status quo von 2019 angelangt“, sagte die Stadträtin mit Blick auf die Publikumsresonanz seit Beginn der Pandemie.

„Die Leute brauchen Anregungen“, die sie wieder in die Kulturhäuser zögen. Innovatives und Experimentelles wolle man ihnen deshalb unter dem Gesamttitel „Mainly Mozart“ bieten, nicht nur die Biografie des Spotlightkünstlers herausstellen, sondern auch Bande zu anderen und in die heutige Zeit knüpfen. Das Thema Partizipation werde dabei auch eine Rolle spielen.

Beim Eröffnungskonzert des HR-Sinfonieorchesters am 22. April können die Besucher sich zwischen die Musiker mischen und so ganz neue Hörerlebnisse genießen. Bei einer Schifffahrt auf dem Main servieren Sängerinnen und Sänger der Frankfurter Oper Arien aus Mozarts populären Musiktheaterwerken. Bei einem Wandelkonzert stellen Ensembles der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst auf einem Hochhaus, in einem Atelier und in einer Freimaurerloge der Kammermusik des populären Protagonisten zeitgenössische Stücke gegenüber. Der Schauspieler Christoph Pütthoff verbindet in der Alten Oper zusammen mit der HR-Bigband die teils skurrilen Briefe Mozarts mit späteren Jazzkompositionen.

Das Programm

Das komplette Festivalprogramm findet sich im Internet unter www.mainly-mozart.de

Tickets gibt es bereits im Vorverkauf bei den jeweiligen Veranstaltern und Veranstalterinnen.

Bei Ausflügen in die Region, nach Bad Homburg, Offenbach und in die Landeshauptstadt Wiesbaden, lernen die Besucher unter anderem eine Sinfonie des „Odenwälder Mozarts“ Joseph Martin Kraus kennen, der im selben Jahr wie sein berühmter Zeitgenosse in Miltenberg geboren wurde.

Es gibt eine Kinderfassung von „Figaros Hochzeit“ und Gastspiele von Topsolisten wie den Pianisten Christian Zacharias und Vikingur Olafsson sowie der Schweizer Sopranistin Regula Mühlemann. Ein Enthusiastenchor, für den sich auch Laien melden können, wird Mozarts Requiem aufführen.

Vielfalt ist demnach geboten. Die Verantwortlichen würden sich in Zukunft davon noch mehr wünschen. Andere Kunstformen wie Film oder Literatur könnten das Festival schon beim nächsten Mal ergänzen. Welche große Persönlichkeit dann im Mittelpunkt steht, wurde noch nicht verraten. Mozart soll die Bühne erst einmal für sich allein haben.

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