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Szene aus „Borga“ von York-Fabian Raabe mit Hauptdarsteller Eugene Boateng.
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Szene aus „Borga“ von York-Fabian Raabe mit Hauptdarsteller Eugene Boateng.

Frankfurt

Vom Wandel der Welt

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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Das Lichter Filmfest Frankfurt geht auch mit seiner 14. Ausgabe online – und präsentiert damit bereits zum zweiten Mal in der Corona-Pandemie ein On-Demand-Programm

Während vor einem Jahr die Filmwelt wie paralysiert war von der erstmals aufwogenden Pandemie und Festivals teils ersatzlos ausfielen, wagte das Frankfurter Lichter Filmfest im April 2020 als erstes seiner Art den Schritt ins Digitale und präsentierte ein reduziertes Programm über die Streaming-Plattform Festival Scope. Und weil das den Umständen angemessen funktioniert hat und es bis heute kaum andere Möglichkeiten gibt, einem größeren Publikum Filme zu zeigen und dabei noch etwas Atmosphäre zu vermitteln, setzt das Lichter Filmfest wieder auf diesen Weg – so wie etliche andere Festivals inzwischen auch.

Das Team habe zunächst daran gedacht, einige Veranstaltungen nach draußen zu verlegen, also Open Air statt online zu konzipieren. Doch wegen des Corona-Geschehens „blieb uns erneut nur der Gang ins Netz“, sagt Festivaldirektor Gregor Maria Schubert bei der Vorstellung des Programms des 14. Lichter Filmfestes vom 27. April bis 2. Mai.

Im Sommer könnte die Sache allerdings etwas anders aussehen: Dann nämlich soll ein kleiner Teil des Programms im Frankfurter Freiluftkino des Vereins Lichter Filmkultur gezeigt werden. Nun geht es am Dienstag erst mal los mit dem Filmfest, das in diesem Jahr das Thema „Wandel“ in den Fokus rückt. Mehr als 80 Filme werden in der Festivalwoche geboten, darunter 20 Langfilme zum Schwerpunkt, fünf Beispiele für außergewöhnliche Produktionen aus Deutschland, 37 regionale Lang- und Kurzfilme, neun internationale Kurzfilme sowie je fünf Werke in den Sektionen „Virtual Reality“ und „Lichter Art Award“.

Das 14. Lichter Filmfest

Das 14. Lichter Filmfest präsentiert vom 27. April bis 2. Mai aktuelles Weltkino zum Thema „Wandel“, Glanzlichter des deutschen Filmschaffens und die besten Lang- und Kurzfilme aus der Region. Wie schon 2020 läuft das Festival als On-demand-Programm über die Streaming-Plattform Festival Scope.

Die Tickets kosten 8 Euro pro Langfilm (regional und international), 3 Euro pro Kurzfilmrolle und mittellange Filme (regional und international) und 5 Euro für den „Lichter Art Award“. Den Festivalpass zum Schauen aller Filme gibt es für 100 Euro.

Das Kartenkontingent ist jeweils auf Kinosaalgröße begrenzt, alle Filme sind online bis zum 9. Mai, sieben Tage über den regulären Festivalzeitraum hinaus, abrufbar. (myk )

Das Festival-Programm , weitere Informationen sowie den Link zur Streaming-Plattform gibt es auf:
www.lichter-filmfest.de

Er wolle ein Bewusstsein dafür schaffen, „dass es bei uns Perlen zu entdecken gibt“, sagt Schubert. Perlen, die es bislang nicht in die Kinos geschafft haben, weil diese praktisch seit März 2020 geschlossen sind. Festivaldirektorin Johanna Süß spricht von einem „großen Rückstau“, der sich im vergangenen Jahr gebildet habe. Darunter sind im Internationalen Langfilmprogramm Filme wie „The Wasteland“ von Ahmad Bahrami oder „Quo Vadis, Aida?“ von Jasmila Žbanic, der für die Oscars 2021 als bester internationaler Film nominiert wurde, ebenso wie „The Man Who Sold His Skin“ von Kaouther Ben Hania.

Oder das französische Drama „Gagarine“ von Fanny Liatard und Jérémy Trouilh, das das Lichter Filmfest eröffnet. Der Film erzählt die Geschichte des 16-jährigen Youri, der nach dem Weltraumpionier Yuri Gagarin benannt wurde und in einem maroden Sozialbau in der Pariser Vorstadt lebt. Um das Haus vor dem Abriss zu retten, hat er die Idee, es zum Raumschiff umzurüsten und einfach fortzufliegen.

Auch wegen des Film-Staus kann die 14. Ausgabe sogar einige Weltpremieren feiern, zum Beispiel im regionalen Langfilmprogramm und -wettbewerb. Von Marc Bauder stammt einer dieser Filme, der Dokumentarfilm „Wer wir waren“, der vom Hessischen Rundfunk mitproduziert und von Hessen-Film gefördert wurde. Bauder lässt darin sechs Denker:innen und Wissenschaftler:innen aus aller Welt die Gegenwart reflektieren und in die Zukunft blicken. Via Zoom nimmt der Regisseur an der Programmkonferenz teil und berichtet davon, wie etwa der Astronaut Alexander Gerst aus dem All über den Zustand der Erde sinniert. Und davon, dass er sich wegen Corona „wie in einer Dauerschleife“ vorkomme.

Ähnlich geht es seinem ebenfalls zugeschalteten Kollegen York-Fabian Raabe, der in Kassel lebt und den beim „Filmfestival Max Ophüls Preis“ vierfach ausgezeichneten Film „Borga“ geschaffen hat. „Es sind einfach harte Zeiten, und wir versuchen, das Beste daraus zu machen.“ Mit seinem Film, der aus Schwarzer Perspektive von Ghanaern erzählt, die es im Ausland zu Wohlstand bringen wollen, ist ihm das jedenfalls gelungen.

Das Lichter-Team hofft nun, dass das Filmfest, das unter anderem von der Stadt Frankfurt, der Hessen Film und Medien und dem Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main gefördert wird, ebenso erfolgreich verläuft wie die erste coronabedingte Onlineausgabe vor einem Jahr. Festivaldirektorin Johanna Süß bringt es zum Abschluss der Programmpräsentation auf den Punkt: „Was gibt es Schöneres in solchen Zeiten, als einen anspruchsvollen Film zu schauen?“

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