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Eckitaliener „Isoletta“ aus Frankfurt entwickelt sich zur Restaurantkette

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Von: Judith Köneke

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Mit dem Franchise-Modell soll die Marke „Isoletta“ aus Frankfurt wachsen. Elf Restaurants gibt es bereits jetzt im Rhein-Main-Gebiet.

Frankfurt - Wenn irgendwo in Frankfurt ein neues Restaurant eröffnet, kann es gut sein, dass es eine weitere Filiale von „Isoletta“ ist. Denn das italienische Gastrokonzept ist immer noch auf Wachstumskurs. In der Stadt gibt es mittlerweile acht Filialen, hinzu kommen eine in Bad Homburg und zwei Restaurants in Wiesbaden, wobei das eine auf Steaks, das andere auf Fisch spezialisiert ist. Das neueste Lokal kann am Frankfurter Paulsplatz, in bester (Tourismus-)Lage, in der früheren Buchhandlung der Kette „Jokers“, rund hundert Gäste bewirten. „Als wir gehört haben, dass dort frei wird, mussten wir zuschlagen“, sagt Michael Schramm. Solche Plätze würden eigentlich nur vererbt.

Schramm, ehemaliger Bankier und Besitzer von Apartments auf Zeit, hat gemeinsam mit Inhaber Ciro Cavallo die Isoletta-Holding gegründet und will die Marke vorantreiben. Das ursprüngliche Restaurant Isoletta der Familie Cavallo gibt es tatsächlich schon seit 40 Jahren im Frankfurter Westend. Ciro Cavallo kam mit 15 Jahren aus Kalabrien nach Frankfurt und arbeitete bei seiner Familie in der Feldbergstraße mit, zunächst als Kellner und Tellerwäscher. Seit vielen Jahren führt er das gehobene italienische Restaurant mit seinen zahlreichen Stammkunden. Jetzt am Nachmittag ist geschlossen, aber für den Abend sei schon wieder alles reserviert, sagt der 56-Jährige. Gut 250 Essen gingen dann über die Theke.

Restaurantkette aus Frankfurt: Pioniere der Pinsa

Im Gegensatz zu einigen seiner anderen Lokale ist das Stammhaus in Frankfurt klassisch-rustikal eingerichtet, auch wenn gerade renoviert wurde. „Aber wir wollten nicht den Charakter verändern“, sagt Schramm. Schließlich liebten die Gäste die Enge und die lebhafte Atmosphäre. Neue Bilder seien aufgehängt worden, sagt Cavallo und zeigt auf Fotos, auf denen seine Heimat zu sehen ist. Zudem sei gestrichen und ein paar Bänke seien neu gepolstert worden. Moderner ist da das Trattoria-Konzept Isoletta PMP, die Abkürzung steht für Pinsa, Mozarella und Pasta.

Michael Schramm (l.) und Ciro Cavallo vor dem Ursprungslokal in der Feldbergstraße. Monika Müller
Michael Schramm (l.) und Ciro Cavallo vor dem Ursprungslokal in der Feldbergstraße. Monika Müller © Monika Müller

Vor sieben Jahren begann Cavallo damit unter dem Namen Ciro il Lattaio. Gleichnamige Dependancen gibt es auch noch, aber Cavallo hat sich mit den Miteigentümern überworfen. „Damals kannte Pinsa noch keiner in Deutschland“, sagt Cavallo. Die eigene Teigmischung aus Reis- und Sojamehl, Weizen und Sauerteig muss 72 Stunden reifen, bevor sie für den Steinofen bereit ist. Der ovale Teigfladen wird oft als Vorgänger der Pizza bezeichnet.

Zudem sei man hier das einzige Restaurant, das seine eigene Mozzarella kredenzt. Über einem der Läden in der Mainzer Landstraße wird sie hergestellt - und mit dem Firmen-Kühlauto ausgefahren. Neuerdings kann man auch das hauseigene Olivenöl, Balsamico-Essig und Soßen, hergestellt in Italien, erwerben.

Frankfurter Restaurant-Franchise wächst mit prominenter Unterstützung

Schramm und seine Leute kümmern sich um Buchhaltung, Marketing und Finanzen. Professionalisiert wurde auch der Einkauf, sagt der 52-jährige gebürtige Kieler. Nun könne man eben 200 Kilogramm Rindfleisch auf einmal bestellen – für einen guten Preis. Ciro ist für Speisekarten, Küche und Personal zuständig. Seine Mitarbeiter:innen gut zu behandeln, sei dem Unternehmer wichtig, es zahle sich auch aus. Das habe sich herumgesprochen, so dass aus anderen italienischen Restaurants Personal anfrage. Rund hundert Menschen arbeiten für „Isoletta“.

Und warum gerade Gastronomie, vor allem in Corona-Zeiten? „Ich wollte etwas Neues starten, neu investieren“, sagt Schramm. Die Zeit sei richtig. Angst, sich zu übernehmen, haben beide nicht. „Klar, von fünf auf zehn war ein Riesenschritt“, gibt Schramm zu. Einige der Lokale seien aber gar nicht geplant, sondern Zufall gewesen. Immobilienentwickler Ardi Goldman etwa habe sie angesprochen, ob sie mit „Isoletta“ in sein 25 Hours Hotel an der Hanauer Landstraße kommen wollen. Dort ist auch der ehemalige Eintracht-Spieler Alex Meier mit eingestiegen.

Für das Restaurant auf der Mainzer Landstraße konnten sie Bayern-Vorstand Hasan Salihamidžic überzeugen. Investoren seien weiter eingeladen, sich an einzelnen Standorten an dem Franchisemodell zu beteiligen, sagen Schramm und Cavallo. Geschäftsführer bleiben aber sie. Und sie sind noch nicht fertig. Mehr als zehn Millionen Euro Umsatz im Jahr streben sie an.

Bei manchen Themen wird übrigens nichts dem Zufall überlassen. Für alle Trattorien gibt es eine vorgegebene Playlist mit italienischen Songs. (Judith Köneke)

Kulinarisch hat Frankfurt viel zu bieten, ob beim italienischen Abendessen oder eben beim nahrhaften Frühstück: Im Nordend hat jetzt eine Bäckerei mit einem besonderen Konzept eröffnet, die sich sogleich großer Beliebtheit erfreut.

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