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Volt will Wohnungslosen Obdach geben

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„Housing First“ soll die Zahl der auf der Straße Lebenden reduzieren und Kosten senken

Die Partei Volt will sich verstärkt um Wohnungslose kümmern. Im Koalitionsvertrag hat sie das Konzept „Housing first“ verankert, was so viel heißt wie „zuerst eine Wohnung“. Jetzt macht sich die Fraktion daran, es umzusetzen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was bedeutet „Housing first“?

Die Idee hinter dem Konzept, das Anfang der 2000er in den USA entwickelt wurde, lautet, dass Wohnen ein Menschenrecht ist. „Jedem Obdachlosen wird deshalb zunächst eine Wohnung mit unbefristetem Mietvertrag angeboten. Dort können sich die Menschen erst einmal vom Stress auf der Straße erholen und darauf aufbauend ihre Probleme angehen – wenn sie das wollen“, sagt Martin Huber, Fraktionsvorsitzender von Volt. Und weiter: „Es verändert uns als Gesellschaft, wenn wir jedem einzelnen zumindest eine Wahl für eine eigene Wohnung ermöglichen.“ Die bestehenden Angebote für Wohnungslose sollen erhalten bleiben.

Warum ist „Housing First“ besser als die bisherige Obdachlosenpolitik?

In Finnland hat sich die Zahl der Wohnungslosen, seit das Konzept vor 15 Jahren eingeführt wurde, fast halbiert, bis 2027 soll sie auf null sinken. „In einer Fallstudie wurde errechnet, dass durch „Housing First“ 15 000 Euro jährlich pro früherem Obdachlosen eingespart werden, weil weniger Kosten etwa für Gesundheitsleistungen und Polizei entstehen. Dadurch sind die gesellschaftlichen Gesamtaufwendungen um 34 Prozent gesunken“, sagt Huber. Und natürlich gehe es den betroffenen Menschen deutlich besser.

Woher sollen die Wohnungen in Frankfurt kommen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Im Gespräch sind Kooperationen mit Wohnungsbaugesellschaften, aber auch private Vermieter, und der Ankauf und Bau von Wohnungen. „Um das Problem strukturell anzugehen, wäre eine Quote in der Quote beim sozialen Wohnungsbau wünschenswert, und zwar für Menschen mit dringendem Wohnbedarf. Neben Wohnungslosen gehören dazu auch Studierende, Geflüchtete und Azubis“, sagt Huber.

Wie will Volt verhindern, dass sich Menschen benachteiligt fühlen, die bereits auf der Warteliste für eine Sozialwohnung stehen oder auf dem freien Markt eine Wohnung suchen?

Das gelinge dann am besten, wenn die Anzahl bezahlbarer Wohnungen insgesamt steigt. „Um das zu erreichen, schlagen wir eine Wohnanleihe vor“, sagt Huber: Sowohl institutionelle Investoren wie Versicherungen oder Stiftungen als auch Bürger sollen Anleihen zeichnen können. Das Investment ist niedrig verzinst und langfristig, dafür aber relativ sicher. Mit diesem Geld kann die Stadt über eine von ihr gegründete Zweckgesellschaft oder die ABG Wohnraum kaufen. „Wir müssen aber natürlich auch neue Wohnungen bauen.“

Zusammengestellt von Sarah

Bernhard

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