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Toben, rutschen, schwimmen - und das alles umsonst: Kinder unter 14 Jahren dürfen fortan kostenlos in die Schwimmbäder.

Frankfurter Schwimmbäder

Volle Hütte im Rebstockbad in Frankfurt

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Seit  Anfang Februar dürfen Kinder bis einschließlich 14 Jahren alle Frankfurter Hallen- und Freibäder kostenlos nutzen.

Es ist das gewohnte Wimmelbild an einem Wochenende im Rebstockbad. Während die Wogen des Wellenbeckens am Sonntag an den Kachelstrand schwappen, plantschen Dutzende Menschen, Große und Kleine, im Chlorwasser. Im Schwimmerbecken nebenan, wo fleißig durchs Nass gepflügt oder am Beckenrand gehangen wird, ist es ebenso voll. Lautes Kindergeschrei hallt durch die hohe Schwimmhalle. An der Kasse gibt es lange Schlangen, viele Schränke im Umkleidebereich sind belegt.

Ismail Chaikhoun sitzt alleine auf einer Liege am Beckenrand. Seine beiden älteren Töchter seien bei den beiden langen Rutschen, der sieben Jahre alte Sohn spiele im seichten Wasser, berichtet Chaikhoun. „Heute geht’s noch, ich habe mir vorgestellt, dass es voller ist“, sagt der dreifache Vater. Seit dem ersten dieses Monats dürfen Kinder bis einschließlich 14 Jahren alle Frankfurter Hallen- und Freibäder kostenlos nutzen. Auch zeitlich unbegrenzt ist das Angebot. Außerdem müssen sie dazu nicht in Frankfurt wohnen. Ein großes Plakat an der Eingangstür des Rebstockbads weist die Gäste darauf hin. Damit will die Stadt mehr Kinder mit ihren Eltern fürs Schwimmen begeistern.

Und daher hatte Chaikhoun mit noch mehr Andrang gerechnet. Der Sossenheimer berichtet, er sei fast jedes Wochenende mit der Familie in dem großen Erlebnisbad. „Ein bisschen voller als letztes Wochenende ist es“, ergänzt der 42-Jährige. Statt 18 Euro Familientarif habe er heute lediglich den Eintrittspreis von 7,50 Euro für sich bezahlt. Von dem kostenlosen Eintritt für Kinder habe er im Internet erfahren. Positiv findet er das nicht. „Viele wissen noch nichts davon“, sagt Chaikhoun. „Sollte es immer voller werden, macht es irgendwann keinen Spaß mehr“, fügt er hinzu. Wenn die Stadt schon Bewegungsangebote für Kinder fördern wolle, dann sollten alle Sportarten kostenlos sein, findet der Fußballtrainer.

Lena, die ihren Nachnamen für sich behalten möchte, musste mit ihrem Mann Dirk und den Töchtern Lara (6) und Luisa (4) lange an der Kasse anstehen, wie sie berichtet. Obwohl die vier schon von dem Angebot gehört hätten, habe sich die Hofheimer Familie gefreut, als sie weniger habe zahlen müssen. „Ich finde das super“, sagt Lena. Eltern erhielten so einen Anreiz mit ihren Kindern das Schwimmen zu üben. Im Winter gingen viele sonst seltener ins Hallenbad.

Lieber nass als im Grauen

Dessy Decieux, die mit ihrem Lebensgefährten und ihren Töchtern aus Bockenheim gekommen ist, gefalle es, „besonders bei diesem Wetter“ Geld zu sparen, wo man neben Museumsbesuchen wenig unternehmen könne. Die 38-Jährige zeigt auf das trübe Grau, das hinter ihr durch die Glasfront zu sehen ist.

Ihr Partner Nico Schellhammer freue sich ebenfalls über das Angebot, sagt er. „Marie kann dann auch mal alleine gehen, wenn es kein Geld kostet“, sagt Schellhammer. Die Neunjährige, die ein Freischwimmerabzeichen auf dem Badeanzug trägt, sagt: „Schwimmen ist meine Lieblingssportart.“ Schellhammer spricht aber auch von „Symbolpolitik“ der Stadt. Ohnehin sei der Familientarif, den es weiterhin geben wird, schon bedeutend günstiger als die Einzelpreise.

Der kostenlose Eintritt für Kinder unter 15 Jahren gilt vorerst unbefristet. An der Kasse müssen sie nur ihren Schülerausweis vorzeigen.

Die Frage nach dem Altersnachweis stellt der elfjährige Alexander. Er ist ganz begeistert vom Angebot des Rebstockbads mit „den großen Rutschen und Wellen“ sowie der Möglichkeit des „Rausschwimmens“ in den Freibadbereich. „Für mich ist es das beste Schwimmbad“, sagt der junge Sossenheimer.

Seiner Mutter Anna Karasiewicz ist es zu voll. Den kostenlosen Eintritt für den Nachwuchs finde sie „sehr gut“, sie suche jedoch nach einem „ruhigeren Schwimmbad“. In der Tat heißt es an der Kasse des Rebstockbads, dass am Sonntag mehr Besucher als an anderen Wochenendtagen gekommen seien.

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