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Mit Blick auf die Skyline: Das Areal für den geplanten neuen Stadtteil in Frankfurt.

Neuer Stadtteil Frankfurt

Visionen für den neuen Stadtteil

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Eine Ausstellung im Architekturmuseum Frankfurt zeigt Visionen für den neuen Stadtteil an der Autobahn 5.

Das für einen neuen Frankfurter Stadtteil auserkorene Gelände westlich und östlich der Autobahn 5 könnte nach Vorstellungen von fünf Planungsbüros, die jüngst im Deutschen Architekturmuseum Ideen für das Areal zwischen Taunuskamm und Stadtsilhouette entwarfen, ein Ort für neue Wohnformen und neues Arbeiten werden.

Die Stadt- und Landschaftsplaner und Architekten sehen das bisher überwiegend landwirtschaftlich genutzte Gebiet, das im Westen an die Häuser von Steinbach und Oberursel im Hochtaunuskreis reicht, als mögliche neue Perle in einer Wissenschaftskette, die von den Forschungsinstituten am Riedberg zum Industriepark Höchst führt. Wenn die Flächen so gestaltet werden, dass sie attraktiv für regionale Start-ups oder auch urbane Produktion sind, könnten die entstehenden Arbeitsplätze Impulse für das gesamte Gebiet setzen, glauben die Büros. Wichtig sei dafür, dass die Stadt Frankfurt vorgibt, dass Gebäude mit Raumhöhen von durchgängig mindestens drei Metern Höhe entstehen. Denn nur dann seien diese multifunktional nutzbar. 

Prärieartiges Areal im „wilden Nordwesten“

Die Büros BB22, Meixner Schlüter Wendt (beide Frankfurt), Feld 72 (Wien), KCAP (Rotterdam, Zürich, Shanghai) und Lola (Rotterdam) haben in dem kooperativen Workshop, dessen Ergebnisse nun im Museum zu sehen sind, versucht, die vorhandenen Energien und Potenziale des Gebiets, das sie als prärieartiges Areal im „wilden Nordwesten“ sehen, aufzunehmen und weiterzuentwickeln.

Der Naturraum im Frankfurter Nordwesten könne durch die Entwicklung sogar attraktiver werden. Durch eine dichte und kleinteilige Bebauung soll nach Vorstellungen der Planer viel von der Weite, die das Gebiet bisher hat, erhalten bleiben.

Auch neue Freizeitmöglichkeiten seien denkbar. So könnten die für die Bebauung des Areals nötigen Retentionsflächen, also Bereiche, die bei Hochwasser überflutet werden können, als See gestaltet werden. Ob der groß genug werden könnte, um zum Wasserskifahren oder gar Segeln geeignet zu sein, wie das die Planer in einer Idee für das Gebiet skizzieren, ist aber wohl fraglich.

Auch die im Gebiet vorhandene landwirtschaftliche Nutzung könne aufgegriffen werden, sagte die stellvertretende Direktorin des Museums, Andrea Jürges, am Freitag. Nachdenken könne man etwa über (Sub)-Urban Gardening oder einen Familienbauernhof. Letzteren hatte auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) schon mal ins Spiel gebracht. 

Autobahn A5 als Chance 

Selbst in der größten Hürde für eine künftige Bebauung der Flächen, der das Gebiet zerschneidenden Autobahn, die sogar noch ausgebaut werden soll, erkennen die Planer Potenzial. Gerade die Autobahn biete die Chancen, einen Knotenpunkt für regionale Mobilität zu entwickeln, einen neuen Ort über oder an der Trasse, an dem Pendler aus der Region vom Auto in die Regionaltangente, die U-Bahn, aufs Fahrrad oder sogar aufs Pferd umsteigen könnten, heißt es. Mit letzterem Vorschlag spielen die Stadtplaner und Architekten offenbar darauf an, dass es im Gebiet mit Blick auf Frankfurt Reiterhöfe gibt.

Die Ergebnisse des Workshops sind bis 14. Oktober in der Ausstellung „Rhein-Main – Die Region Leben“ im Deutschen Architekturmuseum, Schaumainkai 43, zu sehen. www.dam-online.de.

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