1. Startseite
  2. Frankfurt

Visionen auf der Visionale

Erstellt:

Von: Ramona Wessmann

Kommentare

Noch mehr Raum und Platz für Ideen und Visionen: Die Kreativwand im Frankfurter Gallus-Theater. Monika Müller
Noch mehr Raum und Platz für Ideen und Visionen: Die Kreativwand im Frankfurter Gallus-Theater. Monika Müller © Monika Müller

Hessens ältestes und größtes Jugend-Medien-Festival präsentierte ein breites Spektrum an Projekten und lockte mehr als 700 Gäste ins Frankfurter Gallus-Theater.

Junge Menschen bis 27 Jahren kamen am Wochenende im Gallus-Theater zusammen, um ihre Medienprojekte auf der Visionale vorzustellen. Die Werke reichten von Filmen über Animationen bis hin zu Foto- und Musikprojekten. Mehr als 700 Gäste lockte die 34. Ausgabe des Festivals an, etwa so viele wie vor der Pandemie. Von den knapp 100 Einreichungen wurden gut 50 vorab ausgewählt, die auf der Visionale einer siebenköpfigen Jury aus Medienexpert:innen und Filmschaffenden präsentiert wurden. Am Freitag gab es eine feierliche Eröffnung mit Sybille Linke, der Leiterin des Kulturamts Frankfurt. Damit wurde der Startschuss für den dreitägigen Wettbewerb gegeben.

Organisiert wird das Festival vom Filmhaus Frankfurt, dem Gallus-Theater, dem Medienzentrum Frankfurt und dem Jugend- und Sozialamt der Stadt. Was dieses Jahr anders ist: die Teilnehmenden können bereits vor der Präsentation die Bühne betreten und dem Publikum einen persönlichen Eindruck ihres Projekts vermitteln. Wie sie das tun, ist ihnen selbst überlassen. Zum Beispiel habe eine Gruppe eine musikalische Performanz dargeboten, erzählt Felix Fischl vom Filmhaus Frankfurt. „Aber nervös waren sie schon“, ergänzt er schmunzelnd. Doch so werde eine größere Interaktivität mit dem Publikum erreicht, was Fischl als außerordentlich wichtig erachtet.

Diese Interaktivität fand sich bereits im Foyer des Gallus-Theaters wieder, wo im Rahmen des „Maker Monday“ verschiedene Mitmachobjekte ausgestellt wurden. Ein 3D-Drucker arbeitete fleißig an der Konstruktion einer Comic-Figur aus der Marvelwelt. Ein weiteres Highlight war ein sprechendes Plakat. Zu jeder Notiz auf dem Plakat konnte eine Sprachaufnahme erstellt werden, die einen zugehörigen Knopf bekam. So konnte das Plakat zum Sprechen gebracht werden. Auch kleine Roboter, die nur durch das richtige Programmieren in Bewegung gesetzt werden konnten, stießen auf Begeisterung Die Medientechnik solle auch Schulen inspirieren, neue Lernmethoden zu wagen, erklärt Merten Giesen vom Medienzentrum Frankfurt.

Die Alterskategorien des Wettbewerbs sind aufgeteilt in sechs Kategorien, mit bis zu zwei Präsentationsblöcken. Am Samstag kam der erste Block der 16- bis 19-Jährigen an die Reihe. Darunter war auch die Video-AG des Goethe-Gymnasiums Bensheim. Sie haben ihr Projekt mit dem Namen „Die Deckokratietatur“ bereits im Oktober 2020 begonnen, doch die Corona-Pandemie hat vieles durcheinandergebracht. Im Juli 2022 konnte die AG, mit neuer Besetzung, ihr Filmprojekt endlich abschließen. Die Geschichte des Kurzfilms erklärt auch den Filmtitel: Auf dem Schulgelände entwickelt sich ein Krieg zwischen Decken, Schulranzen und Menschen, den die Decken gewinnen und eine Deckendiktatur errichten.

Die technische Umsetzung der sich bewegenden Objekte erfolgte mittels der sogenannten Stop-Motion-Animation. 3000 Einzelbilder wurden dafür aneinandergereiht, um so flüssige Bewegungen darzustellen. Ein Jurymitglied fragte sich jedoch, warum auf Sprache verzichtet wurde. Die Antwort darauf war einfach: Es wäre zu aufwändig gewesen, die Sprache zusätzlich zu animieren. So sei die Idee entstanden, einen Stummfilm mit Zwischentiteln zu gestalten und diesen passend mit einem Horror-Soundtrack aus den 50er Jahren zu hinterlegen – was der „Deckokratietatur“ den dritten Platz in ihrer Kategorie einbrachte.

Alle Gewinnerfilme werden demnächst im Offenen Kanal Rhein-Main sowie unter www.mok-rm.de ausgestrahlt. Die Termine und Jury-Begründungen gibt es auf: www.visionale-hessen.de

Auch interessant

Kommentare